"Hilf Mahl!" - Der ObdachlosenobolusMünchen VEREINt #2

Die Tage werden kälter, sogar der erste Schnee ist in unserem schönen München bereits gefallen. Doch neben Geschenkebummel und Glühwein fällt uns immer wieder eines auf: Viele Obdachlose, die dick in Schlafsäcke gewickelt am Straßenrand sitzen. In München gibt es zum Glück einige Organisationen, die sich für hilfsbedürftige Menschen einsetzen. Und auch wir selber können jetzt ganz einfach aktiv helfen: "Hilf Mahl! München e.V." sammeln in den kalten Monaten Geld für Obdachlose mit der Hilfe von Restaurants und zeigt eindrucksvoll, dass jeder Euro zählt. 

In unserer neuen Rubrik "München VEREINt" stellen wir euch besondere lokale Vereine vor, die mit schönen Aktionen und leidenschaftlichem Engagement unsere Stadt und den Alltag vieler Münchner noch lebenswerter machen. Ihr kennt solch einen Verein? Dann schreibt an servus@geheimtippmuenchen.de - wir freuen uns auf eure Vorschläge!

Die kleine, blaue Karte von "Hilf Mahl!"... © Geheimtipp München

...weist in teilnehmenden Restaurants auf die Aktion hin. © Geheimtipp München

Du bist Gastronom? Dann mach doch auch mit! © Geheimtipp München

1 Euro für den guten Zweck

Aber wie genau funktioniert der Obdachlosenobolus? In der Winterzeit - von November bis Februar - werden Restaurants von "Hilf Mahl!" gebeten, sie bei dem Projekt zu unterstützen. Die Gäste in den Restaurants haben dann die Möglichkeit, einen Euro zusätzlich zu ihrer Rechnung zu zahlen. Ob ein Restaurant teilnimmt, erkennt ihr an den kleinen, blauen Kärtchen auf den Tischen. Sie weisen auf die Aktion hin. Das gesammelte Geld geht dann zu 100 Prozent und ohne Umsatzsteuer an Obdachlosenorganisationen in München. "Wir möchten Münchner Bürgern, denen es nicht so gut geht, helfen", erzählt Christine Heuwing - eine der drei Frauen hinter "Hilf Mahl!", die wir zum Gespräch in einem der teilnehmenden Lokale treffen. Viele der Restaurants befinden sich gut erreichbar in der Innenstadt innerhalb des Mittleren Rings. Um die 30 Gastronomien sind mittlerweile dabei - unter anderem The Spice Bazaar, Mun oder das Restaurant Albarone. 

Hilf Mahl! Ist ein gesellschaftliches und demokratisches Konzept für Obdachlose - ob Schüler, junge Erwerbstätige oder ältere Menschen - alle können mitmachen.

Christine Heuwing von "Hilf Mahl!"

Christine Heuwing von Hilf Mahl! © Geheimtipp München

Das Spice Bazaar ist nur eines von vielen Restaurants, die teilnehmen. © Geheimtipp München

Essen für den guten Zweck

"Uns war es wichtig, dass wir eine Idee haben, bei der alle mitwirken können, alle Münchnerinnen und Münchner." Und so gestaltet sich die Teilnahme für uns Restaurantgäste spielend einfach, ist aber natürlich in jedem teilnehmenden Restaurant komplett freiwillig. "Mittlerweile haben wir auch einige Geburtstage und Jubiläumsfeiern, die für unseren Zweck Geld einsammeln", erzählt Christine. "Darüber sind wir natürlich sehr, sehr froh!". Jede Gastronomie in München kann bei "Hilf Mahl!" mitmachen. Dafür müssen sie sich lediglich über die Homepage bei den drei Frauen melden. Innerhalb von einer Woche finden dann die Absprachen statt, bis die kleinen Schildchen von Hilf Mahl! schließlich auf den Tischen stehen. 

 

Und hier geht das Geld hin:

  • Frauenobdach Karla 51

    Karla 51 bietet Frauen mit und ohne Kindern und jungen Mädchen Wohnraum in 40 Zimmern, Beratung und Unterstützung in akuten Krisen, allgemeinärztliche und psychiatrische Betreuung, sowie materielle Grundversorgung an.

  • Obdachlosenhilfe Sankt Bonifaz

    Die Obdachlosenhilfe Sankt Bonifaz im Haneberghaus ist aufgrund ihrer Lage in der Mitte der Stadt ein bevorzugter Anlaufpunkt für Männer und Frauen ohne festen Wohnsitz. Sie bietet täglich eine Essenausgabe an 150-200 Personen, eine Arztpraxis, einen Sanitärbereich, eine Kleiderkammer und Beratung durch den hauseigenen Sozialdienst.

  • Die Münchner Straßenambulanz

    Die Münchner Straßenambulanz ist eine rollende Arztpraxis, die an drei Abenden in der Woche zwischen 18 Uhr und Mitternacht in München unterwegs ist. Sie fährt zu Treffpunkten und Schlafstellen von Wohnungslosen, an denen ein Arzt und ein Krankenpfleger der Barmherzigen Brüder ihre Hilfe bei gesundheitlichen Problemen anbieten.

  • Teestube 'Komm' – Streetwork

    "Komm" ist ein Tagesaufenthalt für wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen. Ganzjährig täglich von 14 bis 20 Uhr geöffnet, bietet die Teestube Raum für die Pflege sozialer Kontakte, sowie sozialpädagogische Beratung. Hauptziel der Streetworker ist immer die Vermittlung bzw. der Erhalt von Wohnraum.

Einige teilnehmende Restaurants

HIER KÖNNT IHR ESSEN UND GUTES TUN

Hoiz Weinbistro & Hoiz Neo-Brasserie
Restaurant Blauer Bock
Weinhaus Neuner
MUN Restaurant
Victorian House - Café Klenzea
The Spice Bazaar
Theresa Grill & Restaurant 

Jeder kann aktiv helfen

"Hilf Mahl!" startete ursprünglich in Hamburg und wurde nach dem Vorbild eines ähnlichen Londoner Projekts gegründet. Vor sechs Jahren brachten Anna Kraft und Hanna Eisinger die Idee dann nach München. Vor zwei Jahren stieß Christine zur Unterstützung des Teams dazu. Für "Hilf Mahl! München e.V." engagieren sich die drei Frauen ehrenamtlich neben ihren normalen Berufen. "Das ist unser soziales Engagement - uns ist es wirklich wichtig, uns für Hilfsbedürftige einzusetzen." Wir finden die Idee wirklich toll! Und mal ehrlich: Ein Restaurantbesuch in München ist meist eh nicht ganz günstig - da ist der eine Euro mehr als gut und vor allem in die richtigen Hände investiert. Schließlich ist die Weihnachtszeit auch die Zeit des Miteinanders. "Hilf Mahl!" schafft für uns alle die Möglichkeit, dass wir uns ganz konkret mit einem kleinen Obolus, den jeder verschmerzen kann, für Obdachlose hier vor Ort einzusetzen können. Damit auch sie einen Anlaufpunkt in der kalten Jahreszeit haben und nicht alleine sein müssen. 

Bilder von Miles Köhler für Geheimtipp München.

Dieser Beitrag ist auf redaktioneller Ebene entstanden.

Anna Pauels

Anna – unsere Wahlmünchnerin fällt nicht nur durch feuerrote Haare, sondern auch durch mehrere Tattoos und Piercings auf. Sie liebt das Extreme und weiß nicht nur in Sachen Körperkult, wo der Bär steppt - sondern auch, in welchen Münchner Clubs und Bars. Ganz getreu dem Motto: Wer aus der Reihe tanzt, hat mehr Platz zum Tanzen.