Hasch mich, ich bin der Frühling

Hasch mich, ich bin der FrühlingMünchen startet den legalen Verkauf von Marihuana

Was schon seit langer Zeit durch die Medien geistert, bekommt nun langsam ein Gesicht. Cannabis soll in Deutschland für den privaten Gebrauch legalisiert werden. Bislang sind Anbau, Handel, Kauf und Besitz der Pflanzen illegal. Doch wie gefährlich ist Kiffen als Privatvergnügen und kann durch die Legalisierung der illegale Handel mit Drogen eingedämmt werden?

München als Grüne-Testzone

Eine extra dafür angelegte Studie der Uni-Klinik in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Gesundheit und Freizeit soll Aufschluss bringen. Bislang geht die allgemeine Diskussion hauptsächlich um die Legalisierung für kranke Menschen zu medizinischen Zwecken - doch erhofftes Ziel ist es, durch eine streng regulierte Abgabe von Cannabis zu Genusszwecken, letztendlich auch Schutz und Prävention für Minderjährige zu schaffen. Die Studie wird in einer ersten Testphase in Thalkirchen – genauer gesagt im Bereich zwischen Thalkirchner Brücke und Brudermühlbrücke – durchgeführt und analysiert. Der Start der Testphase und die dazu gehörigen Auflagen treten ab heute in Kraft. Doch bevor jetzt alle fröhlich drauflos kiffen, gelten auch bei diesem Beschluss ein paar wichtige Regeln.

Die erste Kifferzone Münchens

WAS IST JETZT LEGAL?

  1. Innerhalb der Zone dürfen Volljährige Marihuana in der Öffentlichkeit und im Eigenheim legal konsumieren.
  2. Es ist legal, eine Menge von bis zu 15 Gramm innerhalb der Zone bei sich zu tragen.
  3. Anwohner der Zone dürfen bis zu 10 Pflanzen für den Eigenbedarf anbauen.
  4. Für den gewerblichen Gebrauch muss eine Lizenz erworben werden.

Das Betäubungsmittelgesetz hat sein Ziel, den Konsum zu verhindern, klar verfehlt. Eine Freigabe erleichtert die Prävention.

Heribert Marks, Institut für Gesellschaft

Highmachenreuther – Münchens erster Coffeeshop!

Nach mehreren Umfragen und Petition zu dem Thema – für das sich ganz besonders die aktive Alt-68er-Szene aus Thalkirchen stark gemacht hat – startet zunächst eine neunmonatige Testphase. Ausschlaggebend hierfür war die örtliche Infrastruktur. Neben des gut absteckbaren Gebietes, war ein weiteres ausschlaggebendes Argument die sowieso vorhandene Zielgruppe. Ein weiterer Nutzen des Projektes stellt die angeheizte Situation in Giesing, im Hasnbergl, am Hauptbahnhof und Co. da. So erhoffen sich die Anwohner dieser Bereiche von der Legalisierung des Cannabis-Konsums eine Umstrukturierung des Nachtlebens. Es ist davon auszugehen, dass sich die Zielgruppe von lauten Bierkonsumenten hin zu einer entspannten Atmosphäre und einem geselligen Miteinander entwickelt. Natürlich wird es nicht an jeder Tankstelle, jedem Kiosk etc. Gras zu kaufen geben. Die Stadt plant mit einem holländischen Investor zusammen den ersten legalen Coffeeshop zu eröffnen. Laut unserer Informationen soll ein bereits vorhandenes Lokal vom ehemaligen Inhaber übernommen werden und unter dem neuen Namen Highmachenreuther neu eröffnet werden. Wo das ist, werde noch bekannt gegeben, sagte man uns auf Nachfrage.

Wirtschaftlicher Nutzen und Zukunftspläne?

Neben dem Präventivnutzen der Kampagne erhofft sich die Stadt auch wirtschaftliche Zugewinne. Außerdem sind einige Kooperationen mit Wirtschaftszweigen aus der „Kiffer-Industrie“ geplant. So plant der französische Hersteller OCB eine eigens für München gestaltete Longpapervariante auf den Markt zu bringen. Sollte die Testphase gut anlaufen, so ist eine Ausweitung des Testgebietes zunächst auf das Werksviertel, dann auf den Bereich Flaucher geplant. Gerade die vorherrschenden Verhältnisse am Hauptbahnhof und in Giesing sollen durch die kontrollierte Abgabe von Marihuana in den Griff bekommen werden. Mehrere Lokale im Glockenbachviertel, sowie in Grünwald zeigen großes Interesse an dem Konzept der Stadt und hoffen auf eine der wenigen Lizenzen für den legalen Grasverkauf.

Es bleibt spannend

Wir bleiben gespannt wie die Testphase der Legalisierung vom Münchner Publikum und der Politik angenommen wird und halten euch natürlich über weitere Schritte auf dem Laufenden. In diesem Sinne lehnen wir uns entspannt zurück und betrachten das weitere Treiben mit einem breiten Lächeln.

Der April macht was er will...

MANCHMAL HILFT EIN BLICK IN DEN KALENDER

Bis es endlich so weit ist, dass Hanf freigegeben wird, dauert es wohl noch ein bisschen. Auch in München. Wir halten euch aber natürlich weiterhin über die Entwicklung der Diskussion auf dem Laufenden.

Julia Katharina Tomski

Ursprünglich aus dem bodenständigen Nordrhein-Westfalen folgte Julia dem Ruf der Medienstadt München und fand als Feingeist mit Hang zu schönen Dingen, gutem Geschmack und herzerwärmenden Menschen hier ihr Glück und einen Quell an Inspiration. Trotzdem: Im Alltag trägt Julia statt weißem Blüschen und Perlenohrringen lieber zerrissene Jeans und das Herz auf der Zunge. Denn: U can take the girl out of the Pott but U can never take the Pott out of the girl.