Hanoi Food im Ja Mai

Hanoi Food im Ja MaiGemütlich versacken neben Winkekatze und Mini-Buddah

Es gibt diese Restaurants, die bereiten einem rauschende Abende. Mit kunstvoll dekorierten Tellern, diversen exquisiten Gängen, dem ein oder anderen hochpreisigen Drink und das alles inmitten von prunkvollem Interieur. Wirklich schöne Sache! Aber dann gibt’s eben auch diese von außen ganz unscheinbaren Restaurants. Die sind winzig klein, liegen oft etwas versteckt in einer Nebenstraße. Sodass man mit dem besten Kumpel eher durch Zufall hineinstolpert, sich hinsetzt, und sich direkt wohlfühlen muss. Mit einer Atmosphäre so gemütlich, dass man nicht anders kann als zu versacken und die kleine Speisekarte einmal rauf und runter zu probieren. Ein solcher Laden ist das Ja Mai in der Pestalozzistraße.

Streetfood Style all over

Blaue Plastikhocker, Setzkästen mit kunterbunten asiatischen Figürchen, Winkekatzen als Gewürzdöschen und ein farbenfroher Wolpertinger an der Theke. Wer das Ja Mai betritt, sieht sofort was hier Programm ist: Asian Streetfood. Genauer gesagt ist es aber eine Fusion aus echter vietnamesischer Hausfrauenküche und jungen vietnamesisch-deutschen Einflüssen. „Alle Rezepte hat mir meine Mama beigebracht,“ erklärt Inhaberin Luu Alzinger. „Hier und da habe ich sie aber auf meine Art abgeändert.“ Bei der Pho Bo zum Beispiel. Aus Zufall hatte Luu beim Kochen entdeckt, dass die Fleischeinlage anders gegart besonders gut schmeckt. „In meiner Pho Bo ist das Fleisch ähnlich wie Pulled Beef. Das ist nicht so wie es traditionell sein soll, ich find’s aber gut, also hab ich’s so beibehalten.“ Überhaupt steckt viel Liebe in der typisch vietnamesischen Suppe. Über zwei Tage wird sie mehrfach aufgekocht, bevor die dampfend-würzige Köstlichkeit in der Schüssel serviert werden kann.

Ich hab den Laden in meinem Stil eingerichtet. Ein Mix aus Vietnam, Japan und Bayern.

Luu Alzinger, Inhaberin

Kleine Karte, große Food-Begeisterung

Vor rund eineinhalb Jahren hatte die gebürtige Vietnamesin vom Fei Scho in der Kolosseumstraße getrennt, um das Ladenlokal von ihrer Mutter zu übernehmen. Seitdem verwöhnt sie ihre Gäste mit authentischen Gerichten aus ihrer Geburtsstadt Hanoi. Dabei sind Klassiker wie Kimchi, Glücksrollen, Reisnudelsalat mit Tofu oder Rinfleisch und natürlich Pho Bo. „Um meinen Gästen schnelle aber eben gute Küche anbieten zu können, halt ich die Karte bewusst klein,“ erklärt Luu, die ursprünglich aus dem Modesektor kommt. „Manchmal kann es vorkommen, dass ein Gericht aus ist. Das liegt einfach daran, dass wir versuchen, immer alles ganz frisch vorzubereiten.“ 

Vietnam meets Japan meets Bayern

Für ein Schnellrestaurant, als das Luu ihr Ja Mai versteht, ist es unheimlich gemütlich hier. Fast wie die Mini-Winkekatzen und bunten Plastikbuddhas, die in Setzkästen an der Wand von oben auf einen hinunterlächeln, fühlt man sich in dem charmanten Lädchen wie in einer kleinen, gemütlichen Box. Voller liebevoller Details, einer lockeren Wohlfühlatmosphäre und viel superleckerer, wohlig-warmer Suppe. „Ich hab den Laden in meinem Stil eingerichtet“, erzählt Luu. "Ein Mix aus Vietnam, Japan und Bayern. Ich freue mich sehr darüber, dass es den meisten Leuten so gefällt. Aber wie man ja weiss: Geschmäcker sind unterschiedlich." Wir finden, Luu hat eine wunderbaren Geschmack bewiesen. Bei der Einrichtung. Und beim Essen sowieso.

Kleine Checkliste

  • Wann kommen?

    Luu und ihr Team sind durchgängig für euch da. Nur Sonntag machen sie Pause. Stoßzeit: 19/ 20h. Dann besser vorher reservieren.

  • Was bestellen?

    Chefin Luu empfiehlt: Karamellisierter Schweinebauch ( Ihr Lieblingsgericht aus der Heimat) oder geschmortes Lachsfilet ("Mal was vietnamesisches, das man noch nicht kennt.")

  • Und zum Nachtisch?

    Wir sterben für den Matcha-Tiramisu mit Granatapfel-Streusel! Natürlich hausgemacht! Dazu ein echter vietnamesischer Kaffee, ordentlich süß und mit Milch. Zuckerschock! Aber geil!

  • Was kostet's?

    Der Kleine Hunger kommt mit 5 bis 8 Euro aus (z. Bsp. Glücksrollen oder kleine Pho Bo). Hauptgerichte 11 bis 17 Euro. 

Julia Katharina Tomski

Ursprünglich aus dem bodenständigen Nordrhein-Westfalen folgte Julia dem Ruf der Medienstadt München und fand als Feingeist mit Hang zu schönen Dingen, gutem Geschmack und herzerwärmenden Menschen hier ihr Glück und einen Quell an Inspiration. Trotzdem: Im Alltag trägt Julia statt weißem Blüschen und Perlenohrringen lieber zerrissene Jeans und das Herz auf der Zunge. Denn: U can take the girl out of the Pott but U can never take the Pott out of the girl.