Haidhausen Boulevard

Haidhausen BoulevardMünchens östliche Stadtteilperle lädt ein.

Es gibt Tage, an denen mag man's gemütlich. Will aber trotzdem die eigenen vier Wände verlassen. Man möchte bummeln. Durch kleine Nebenstraßen, hinein in noch kleinere, charmante Boutiquen, individuelle Shops, sich in ein liebevoll eingerichtetes Cafés setzen und stundenlang gedankenverloren an einer die Hände wärmenden Tasse Milchkaffee nippen. An solchen Tagen ist man in Haidhausen auf jeden Fall richtig! Was Münchens östliche Stadtteilperle alles zu bieten hat, führt sie am Samstag, 29. April, vor. Den gesamten Tag über zeigen viele kleine Geschäfte, feine Cafés, Kreative und Dienstleister mit ganz verschiedenen Aktionen wie facettenreich ihr Viertel eigentlich ist.

 

Doch bevor wir uns das Programm genauer anschauen, wollen wir mit euch kurz in der Geschichte zurückblicken. Denn erstaunlicherweise war Haidhausen früher alles andere als das was es heute ist. Eines von Münchens am schönsten herausgeputzten Stadteilen war nämlich den Großteil seiner Geschichte die Einzugsstätte von Tagelöhnern. Zu Beginn seiner Zeit, also vor über 1200 Jahren, war Haidhausen nicht einmal ein richtiges Dorf. Sondern eher eine Art Rastplatz. Und zwar für die Händler, die auf dem langen Weg über die große Salzstraße nach Wien und zurück sich mal die Füße vertreten wollten. Etwa 80 Wagen rollten hier jeden Tag durch. Über die so genannte Salzbrücke, die über die heutige Innere Wiener- bis Einsteinstraße verlief. Für die damalige Zeit ein ganz schöner traffic! Zollgebühren gab es zwar auch damals schon. Nur sah da keiner der armen Schlucker was von, die in Haidhausen lebten. Sie verdienten ihr Geld als Knechte oder mit Gelegenheitsjobs. Das einzige Gut, was es in Haidhausen zur damaligen Zeit gab, war Lehm. Der Lehm, aus dem letztlich auch die Ziegel für die mittelalterliche Stadtmauer und den Dom gebrannt wurden.

Vom Armen- zum In-Viertel. Wie bescheiden die Menschen in Haidhausen früher gelebt haben, daran erinnern heute nur noch ein paar Herberghäuser, die in der Preysing- und in der Kirchenstraße erhalten geblieben sind. Heute wirken die winzigen Häuschen eher süß statt eng. Und tragen zu dem besonderen Straßenbild und der Atmosphäre des schönen Stadtteils bei. So wie die vielen charmanten kleinen Geschäfe und Gastronomien. Und die lohnt es sich allemal besser kennenzulernen! Deswegen: auf zum Haidhausen Boulevard!

 

Ein paar Highlights: 

 

Wenn ihr den Tag mit einem guten Frühstück starten wollt, könnt ihr das zum Beispiel in gemütlicher Atmosphäre bei der Zimtzicke tun. Dort ist am Samstag „Pancake-Tag für jedermann“ angesagt. Heißt, die Zimtzicke wartet mit verschiedenen, leckeren Kreationen auf. Alle, die sich danach so verliebt fühlen, dass sie sich spontan fest binden wollen, können im Buchpalast in der Kirchenstraße einfach ihr Lieblingsbuch heiraten. Ob epischer Historienschinken oder dünne Poesie-Lektüre, ihr findet raus, was zu euch passt und bekommt vor Ort ein schönes Hochzeitsfoto geschossen. Eine Trachtenanprobe mit Weinprobe gibt's in der Münchner Manufaktur, Innere Wienerstraße, Maibowle und Waffeln im Livingroom & Dressingroom, Wiener Platz. Im TOBS können sich die Mädels unter euch von Visagisten in einem Workshop zeigen lassen, wie man schnell und easy ein ziemlich effektreiches Make-up zaubert (Innere Wiener Straße). Oder ihr lernt in der Kaffeeküche, wie ihr Obst ganz einfach zu Marmelade verarbeitet (Weißenburger Straße, 11/13/15h).

 

Wenn ihr schon immer mal wissen wolltet, welcher Fingernagel am schnellsten wächst oder wie oft wir in der Minute atmen, dann seid ihr am Samstag bei der anatomischen Tombola des ziemlich coolen Shops Medical Art & More genau richtig (Sedanstraße). Und wer zum Schluss noch Lust hat, für ein paar spannende Momente in die Geschichte Haidhausens einzutauchen, der kann beim Üblacker-Häusl vorbei schauen (Preysingstraße 58).  Eines der ältesten noch bestehenden Wohnhäuser für Tagelöhner aus dem späten 18. Jahrhundert. In zwei historischen Räumen mit original Einrichtung aus der Zeit um 1910, könnt ihr einen Eindruck bekommen, wie die Haidhausener lebten, bevor es in ihrem Viertel "schick" wurde. Die Freunde Haidhausen bieten um 14 Uhr vom Üblacker-Häusl aus auch einen kulturhistorischen Stadtteilspazierang an. For free. Tolle Chance also, von echten Experten etwas über die Hood zu erfahren!

Das komplette Programm zum Haidhausen Boulevard und die Adressen der einzelnen Teilnehmer könnt ihr übrigens hier einsehen. Wir wünschen euch jetzt schon einen entspannten und abwechslungsreichen Stadtteil-Bummel!

Julia Katharina Tomski

Ursprünglich aus dem bodenständigen Nordrhein-Westfalen folgte Julia dem Ruf der Medienstadt München und fand als Feingeist mit Hang zu schönen Dingen, gutem Geschmack und herzerwärmenden Menschen hier ihr Glück und einen Quell an Inspiration. Trotzdem: Im Alltag trägt Julia statt weißem Blüschen und Perlenohrringen lieber zerrissene Jeans und das Herz auf der Zunge. Denn: U can take the girl out of the Pott but U can never take the Pott out of the girl.