Geheimtipps von den Huberbuam

Geheimtipps von den HuberbuamFür Kletterprofis & die, die's werden wollen

Stellt Euch vor, Ihr betrachtet ein atemberaubendes Alpenpanorama von einer einsamen Bergspitze, die Ihr mit der reinen Kraft Eures eigenen Körpers erklommen habt! Der nächste Gedanke gilt Euren Pommes-Ärmchen und ihr schiebt „Klettern“ auf die Bucketlist des nächsten Lebens? Bitte nicht! Besser: direkt mit dem Klettern anfangen! Das sagen zwei, die es wirklich wissen müssen: Thomas und Alexander Huber, bekannt als die legendären Huberbuam, die nun schon seit gut drei Jahrzehnten alpines Extremklettern betreiben. Die beiden bestiegen zusammen und allein auf der ganzen Welt Berge mit den höchsten Schwierigkeitsgraden, sogar in Rekordzeiten. Im Interview haben sie uns verraten, wie auch dem blutigsten Anfänger die ersten Schritte Richtung traumhaftes Alpenpanorama am leichtesten gelingen.

Tipps von den Profis © Huberbuam

Größter Anfängerfehler: Egotrip

Wenn man wie Thomas und Alexander Huber mitten in einer wanderfreudigen Familie in Oberbayern aufwächst, dann passiert einem der größte Anfängerfehler wohl kaum. Der lautet laut Alexander schlicht und einfach: „es alleine lernen zu wollen“. Aber er ermutigt jeden Münchener ganz klar, es einfach mal auszuprobieren: immerhin leben wir ja "in der Bergsteigerhauptstadt der Welt“ und hätten daher ideale Bedingungen. Deswegen, so raten die Huberbuam: stöbert zuerst beim Alpenverein nach Einsteigerkursen in den Münchner Kletterhallen. Das Kletter- und Boulderzentrum in Thalkirchen kommt den Profis direkt in den Sinn. Die Handgriffe sollten einigermaßen sicher sitzen bevor ihr die Natur erobert. Klettern ist eben nicht Curling. Selbst Thomas stürzte 2016 in Berchtesgarden beim Klettern 16 Meter in die Tiefe – und überlebte ohne Spätfolgen, einfach, weil wohl zufällig an diesem Tag sehr viele Schutzengel auch am Klettern waren. Auf die sollte man sich aber nicht verlassen – besprecht daher vor dem allerersten Ausflug mit einem Trainer, so raten die Bergboys.

Alter & Fitness für's Gipfelstürmen? Anything goes!

Zweiter Anfängertipp: Lasst Euch nicht von den sehnigen Jungspunden in den Kletterhallen einschüchtern! Wir hätten den Diplom-Physiker Alexander auch fragen können, was 1+1 ergibt, er hätte wohl genau so irritiert reagiert wie bei der Frage nach dem benötigten Alter und körperlichen Vorraussetzungen fürs Klettern. Das anscheinend so Selbstverständliche bricht mit einem einfachen „Na, JEDER!“ aus ihm heraus. Nein, weder Wohlstandsbäuchlein noch zwei linke Hände seien Hindernisse. Wirklich nicht? Nein! Was zählt, das sei die Übung, das Gefühl und die Freude am Klettern. Auch angesichts der Tatsache, dass beide Huberbuam mittlerweile schon mehr als 50 Geburtstagskerzen auspusten, glauben wir gerne, dass Klettern keine Altersgrenze kennt. Windel aus, Klettergürtel an - so in der Art. Laut der Profis kann's mit vier Jahren losgehen - open end. 

Perfekter Start: Klettergebiet Kochel

Die beste Jahreszeit zum Klettern? „Frühling, Sommer, Herbst und Winter“, erfahren wir in einem schwärmerischen Ton, denn jede Jahreszeit habe seine eigenen faszinierenden Facetten. Aber okay, Schneestürme und extreme Temperaturen lernt man wohl zu lieben, wenn man wie die Huberbuam 2008 Bigwallklettern an den höchsten und kältesten Bergen der Antarktis betreibt oder wie erst 2017 im klirrend kalten indischen Kishtwar-Himalya sportelt. Den Einsteiger lenkt die Kälte vielleicht etwas ab, daher sei der milde Früh- oder Spätsommer ideal. Welches Klettergebiet empfehlen die Buam uns Münchner denn? Ganz klar! Südlich von Kochel am See fänden blutjunge Anfänger und selbst gestandene Profis wie die Huberbuam immer wieder faszinierende Routen. Die passende Tour und alle wichtigen Infos dazu findet Ihr übrigens bei DAV Felsinfo.  

Die Hardware: If you pay peanuts, you will get monkeys!

Die Basic-Ausrüstung besteht aus Kletterschuhen, Seil und Gürtel. Der Rat der Profis lautet: Besonders gut sitzende Schuhe sind wichtig. Und anders als beim Curling können schlechte Materialien fatale Folgen haben. Und ja! - das betonen die Huberbuam auch - Qualität habe eben seinen Preis. Das gebrauchte eBay-Schnäppchen lieber meiden. Die Bergexperten raten erst einmal dazu, in der Kletterhalle alles zu leihen und unterschiedliche Materialien auszuprobieren. Die Beratung empfinden sie dort in der Regel auch als äußerst gut. Und dann legen sie allen Freunden des Kletterns ans Herz, in den Alpenverein einzutreten. Das bringe nämlich viele Vorteile. Unser anderem den, dass ihr bei dem Kauf der Ausrüstung als Mitglied ordentlich Geld sparen könnt.

© Huberbuam

Die Belohnung: Gestärkter Körper, Geist und Glücksmomente

Am Ende, so Alexander, sei Klettern viel mehr als Sport. "Nicht nur die Muskeln werden gestärkt, sondern auch mentale Fähigkeiten wie Willenskraft, Konzentration und Kreativität." Genau das ist auch die Message, die die Huberbuam als Speaker in ihren diversen Vorträgen vermitteln, in denen sie ihrem Publikum von ihren Erlebnissen in den Bergen erzählen. Beim Bergsport geht es um die Freude und die kleinen und großen Erfolgserlebnisse, die die Bewegung in der Natur mit sich bringen. Wer die Leidenschaft der Huberbuam zum Bergsport übrigens mal live erleben und ihre Natur-Geschichten aus erster Hand hören will, der sollte bei der nächsten Hacker-Pschorr Spezltour dabei sein. Wir ihr teilnehmen könnt, verrät euch die Box.  

Spezltouren 2019

SEID DABEI!

It's „Spezltour“ Season! Und ihr könnt dabei sein! Spezl was?! Als Brauerei mit lokalen Wurzeln, veranstaltet Hacker-Pschorr mittlerweile im dritten Jahr von Juni bis September eine Stadtviertel-Tour-Serie, „Spezltour“ genannt. Darin soll euch unsere schöne Stadt von Originalen aus dem jeweiligen Viertel nähergebracht werden. Mit den Huberbuam geht es am 28.6. -wie sollte es anders sein?! - in die Natur. Es gibt keine Tickets zu kaufen, ihr könnt aber 2x2 gewinnen! Schreibt uns bis 23.6. 10h eine Mail und seid mit etwas Glück dabei.

Henrike Hegner

Lebe Dein Ändern! Henrike hat es irgendwann aufgegeben, „nie“ zu sagen. Immer dann, wenn etwas unbekannt, irritierend oder anders ist, ist das Nordlicht mit vollem Herzen dabei – oft zu ihrer eigenen Überraschung. Feinste Künste und letzter Trash können sie gleichermaßen begeistern. Nervös wird sie nur, wenn die Flasche Cola nicht in Griffweite ist.