Zum Int. Tag des Toilettenpapiers: Fünfmal Klopapierorigami

Zum Int. Tag des Toilettenpapiers: Fünfmal KlopapierorigamiDu bist, was du wischt!

Klopapier – wer hätte gedacht, dass einem banalen Hygieneartikel urplötzlich eine so überlebenswichtige Bedeutung zugeschrieben wird. Ihr wisst, worauf wir anspielen: Meterlange Schlangen vor Supermärkten oder Drogerien wie vorm Berghain. Mal ehrlich, wir alle sind in Sachen Klopapier schon sehr eigen. Ein Blick ins Warenregal im Supermarkt verrät einiges über unser „Abwischverhalten“. Von zwei- bis fünflagig, recycelt oder mit Duftnote. Doch was drückt die Handhabung des dünnen, weißen aus Zellulose bestehenden Blättchens über uns aus? Anlässlich des Internationalen Tages des Toilettenpapiers (26.August) sind wir mal fünf verschiedenen Techniken nachgegangen. Und, erkennt ihr euch wieder?!

Die Geschichte des Klopapiers

Wie‘s zur entscheidenden Rolle kam

1870 patentierte der Amerikaner Seth Wheeler die bekanntlich Form des Toilettenpapiers in der Rollenform und stellte es ab 1890 in seiner eigenen Fabrik her. In Deutschland startete das Toilettenpapier-Game 1928 bei der bekannten Marke Hakle, als deren Gründer Hans Klenk im baden-württembergischen Ludwigsburg die erste Toilettenpapierfabrik Deutschlands eröffnete. Wusstet ihr das heutzutage  der Durchschnittsdeutsche etwa 15 Kilogramm Klopapier im Jahr verbraucht. Dazu zählt sicherlich nicht der Minimalist.

Der Knüller: hastig, zwanghaft, aber hygienisch

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Hauptsache viel und schnell © Geheimtipp München

Hastig reißt der Knüller das Klopapier aus der Halterung, sobald der Stuhlgang erfolgreich beendet wurde. Denn für ihn kann es an Toilettenpapier kaum genug geben. Gerade wenn es sich um ein- bis zweilagiges und dann noch recyceltes Papier zum Abwischen handelt. Der Knüller möchte nämlich mit größtmöglicher Sicherheit den Kontakt zwischen Hand und Poritze meiden. Verständlich, denn diese Art von Typ weist meist mysophobische Zwänge auf und macht sich generell ungern die Hände schmutzig. Daher mag es der Knüller eher weich und rein. Sein favorisiertes Papier entspricht meist einem fünflagigen, unrecycelten, samtartigen Toilettenpapier einer namenhaften Premiummarke. Durch die von ihm faustgroßen Papierballen sorgt der Knüller übrigens in einigen Fällen für unangenehme Verstopfungen der Toilette. Für den ängstlichen und hygienischen Typ ein Albtraum, denn dann muss er zum Pümpel oder im Worst Case mit eigenen Händen in die Toilettenschüssel greifen. Wir sehen: der Knüller macht sich oft den Klogang schwer…

Der Stückler: Akkurat, penibel, aber dabei gütig

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Minutiös mag es der Stückler © Geheimtipp München

Akkurat und mit äußerster Vorsicht zupft der detailverliebte Stückler am präferierten Abschnitt und legt dabei jedes einzelne Blatt fein säuberlich übereinander. Die Menge hängt insbesondere von der Beschaffung des Klopapiers ab. Je mehr Lagen es hat, desto weniger Scheiben an Papier werden von ihn aufeinandergestapelt. Der Stückler labelt sich entweder als nachhaltig-bewusst oder versucht einfach den Toilettenpapierkauf in aller Öffentlichkeit zu umgehen und hinauszuzögern, weil es ihm unangenehm ist. Für den Verbrauch einer Rolle des meterlangen Papiers braucht er gefühlt ewig. Mit Ehrgeiz unterstützt nachhaltige und recycelte Papiersorten und stört sich nicht an dem fehlenden Komfort der meist kratzigen und „schmirgelpapierähnlichen“ Oberflächenstruktur. Warum auch, denn der Stückler braucht nicht viel, um auf dem Pott glücklich zu werden.

Der Wickler: busy, schnell und ungeduldig

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Um die Finger wickeln, das kann der Wickler © Geheimtipp München

Der Wickler weiß genau wie viel und vor allem was er braucht. Wie bei einer Kassette spult er das Papier von der Rolle um seine Hand und trennt es gekonnt von ihr ab. Man könnte behaupten, der Wickler sei der erfahrene Scheißer und dabei noch effizient in der Zeit. Jedoch nicht, wenn es um den Verbrauch des Klopapiers geht. Denn der Wickler ist immer busy und verweilt ungern auf der Klobrille. Wie der Knüller meidet der Wickler ebenfalls den etwaigen Hautkontakt und nimmt daher auch gerne mehr als weniger. Sicher ist sicher… 

Der Minimalist: moralisch, sparsam, aber bisweilen seltsam

Sicherlich kennt ihr das Toilettenpapier-Fiasko der beliebten Trash-TV-Serie Frauentausch beziehungsweise habt ihr davon gehört. Wir wollen auch hier nicht tiefer in die Thematik reinstampfen, obwohl wir das eigentlich schon sind. Jedenfalls ist der Minimalist äußerst sparsam, denn der Verbrauch an Toilettenpapier ist seiner Meinung nach mit einem Inlandsflug zwischen München und Frankfurt vergleichbar. Deswegen bedient sich der genannte Typ immer nur an einem einzelnen Blatt Toilettenpapier, mit dem er sich den Allerwertesten abwischt. Jeder wie er will.

Er braucht nicht viel um glücklich zu sein – der Minimalist © Geheimtipp München

Sicherlich kennt ihr das Toilettenpapier-Fiasko der beliebten Trash-TV-Serie Frauentausch beziehungsweise habt ihr davon gehört. Wir wollen auch hier nicht tiefer in die Thematik stampfen, obwohl wir das eigentlich schon getan haben. Jedenfalls ist der Minimalist äußerst sparsam, denn der durchschnittliche Verbrauch an Toilettenpapier ist seiner Meinung nach mit einem Inlandsflug zwischen München und Frankfurt vergleichbar. Deswegen bedient sich der genannte Typ immer nur an einem einzelnen Blatt Toilettenpapier, mit dem er sich den Allerwertesten abwischt. Ganz nach dem Motto: Finger in Po, Mexiko. Im besten Fall benutzt der Minimalist gerne XXL-Klorollen in der Recycling-Variante, die Partyservietten vom letzten Geburtstag oder stiehlt ein zwei Rollen bei der Arbeit – wird ja wohl nicht auffallen. Jeder wie er will… 

Der Falter: durchschnittlich, präzise, weit verbreitet

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Beliebteste Klopapiernutzung Deutschlands: der Falter © Geheimtipp München

Er ist mitunter der wohl weitverbreitetste Klopapiernutzer Deutschlands. Er macht etwa 70 Prozent der deutschen Bevölkerung aus und mag es ebenfalls akribisch, denn hier kommt die Vorliebe für Präzession ins Spiel. Statt einzelne Blätter abzureißen, so wie es sein entfernter Verwandter der Stückler macht, schlägt der Falter jeden einzelnen Papierabschnitt wie ein Fächer übereinander. Er zählt somit zum Ottonormalverbraucher, wenn’s ums Klopapier geht und macht sich über die Art des guten Papiers überhaupt keine Gedanken. Es ist ja auch die normalste Sache der Welt, nicht wahr?!

Fünf Alternativen für Klopapier

Stressfreier Stuhlgang in Zeiten des Corona Virus

Bilder von Sofia Bura für Wunderland Media GmbH. 

Dieser Beitrag auf redaktioneller Ebene entstanden. 

Paul Harhausen

Temporärer „Zuagroaßter“ - so würden wohl waschechte Münchener Paul bezeichnen. Auf der To-Do-Liste des eigentlichen Wahl-Weimarers und geborenen „Jong“ von der Waterkant stand schon immer, irgendwann mal in der südlichsten Großstadt Deutschlands zu leben. Die grandiose Lebensqualität, das beständige Wetter, aber auch die Sehnsucht zu den Bergen, das alles hat Paul nach München gelockt. Mit jedem Tritt in die Pedale seines Rennrads und den Blick auf die Isar gerichtet, spürt er nämlich genau das: Lebensqualität. Darauf ein Prosit!