Fünfmal plastikfrei und nachhaltig einkaufen in München

Fünfmal plastikfrei und nachhaltig einkaufen in MünchenUnverpackt-Läden in unseren Stadtvierteln

Wer nach dem Einkauf all die Verpackungen von den Lebensmitteln nimmt, füllt damit häufig schon fast wieder einen ganzen Müllsack. Erschreckend, und in den meisten Fällen völlig unnötig. Im Jahr 2019 verursachte durchschnittlich jeder Mensch in Deutschland 226,5 Kilo Verpackungsmüll. Dass das nicht so weitergehen kann, ist vielen Münchnern klar und deshalb gründen sie nach und nach immer mehr Unverpackt-Läden in München. Im Fokus: Bio-Lebensmittel aus der Region, mit kurzen Lieferwegen und vor allem ohne Verpackung. Wir sind begeistert, und zeigen euch fünf Orte für plastikfreies und nachhaltiges Einkaufen in München. 

Servus Resi in Sendling

Wie die Omas, so die Enkelin © Servus Resi

In Sendling hat sich Christine Holzmann einen lang gehegten Traum erfüllt und Anfang des Jahres ihren Unverpackt-Laden „Servus Resi“ eröffnet. Ohne viel Schnickschnack und den großen Supermärkten zum Trotz, zeigt Chrissi, dass ein plastikfreier Einkauf möglich ist. Ihre Produkte bezieht sie von regionalen Bauern und Händlern, alles natürlich ohne Verpackung. Der Name Resi stammt übrigens von ihrer Uroma und der Oma. Die Uroma hatte selbst einen Tante-Emma-Laden im Allgäu und die Oma einen Bauernhof, auf dem Chrissi schon als Kind lernte, wie es sich anfühlt Produkte direkt aus der Natur zu schöpfen. Dieses schöne Gefühl möchte Chrissi nun auch in ihrer Sendlinger Nachbarschaft erwecken und gleichzeitig ein Zeichen für den Umweltschutz setzen.

Plastikfreie Zone in Haidhausen

Ein Versprechen in großen Lettern © Plastikfreie Zone

Die „Plastikfreie Zone“ am Max-Weber-Platz in Haidhausen hält genau das, was sie mit ihrem Namen verspricht – ein Leben ohne Kunststoff. In ihrem kleinen Tante-Emma-Laden bietet die gelernte Soziologin Katrin Schüler alles für den täglichen Bedarf an, von Bio-Lebensmitteln über Trinkflaschen, Verpackungsmaterialien aus Papier und Kaffeekannen aus Metall bis hin zu Trinkhalmen aus Stroh. Sogar für Freizeitaktivitäten, Bürobedarf und das Kinderzimmer gibt es plastikfreie Alternativen. Mittlerweile findet ihr über 1.500 Artikel in der Plastikfreien Zone, Tendenz steigend. Kathrin Schüler will mit ihrem Laden zeigen, dass auch ein Fokus auf altbekannte Produkte und natürliche Rohstoffe innovativ sein kann.

Nebenan & unverpackt in Laim

Auch an die Nachkatzen wird gedacht © Nebenan & unverpackt

Zusammen schaffen wir alles, auch die Etablierung eines verpackungsfreien Supermarkts im Münchner Westen: Das „Nebenan & unverpackt“ wurde Anfang des Jahres aus einer nachbarschaftlichen Initiative heraus gegründet. Freunde, Bekannte und Nachbarn, 13 bis über 70 Jahre alt, sind bereits Teil der Genossenschaft. Wer mag, kann ebenfalls Mitglied werden, das ist aber kein Muss. Einkaufen dürfen dort alle – unverpackte und plastikfreie Lebensmittel, Gesichts- und Körperpflegeprodukte, Putzmittel und vieles mehr. Derzeit planen die Initiatoren, einen Cafébereich zu eröffnen und wollen Workshops zu Themen wie Klimawandel, Zero Waste und DIY anbieten.

Ohne Supermarkt in Haidhausen und Maxvorstadt

Hannah Sartin im Haidhausener Ohne Supermarkt © Geheimtipp München

Frisches Bio-Brot gibt's natürlich auch unverpackt © Geheimtipp München

Im Jahr 2014 beschlossen Hannah Sartin und ihr Mann, Carlo Krauß, nach dem Zero-Waste-Prinzip zu leben. Sie merkten jedoch schnell, dass das in München gar nicht so einfach ist. Kurzerhand gründeten die beiden den ersten verpackungsfreien Supermarkt in München: „Ohne“. Heute, sechs Jahre später, führen die zwei bereits zwei Ohne-Filialen in Haidhausen und der Maxvorstadt. Neben einer breiten Auswahl an feinen Bio-Lebensmitteln von regionalen Händlern, haben die Gründer auch beispielsweise Haarseifen, Bambus-Zahnbürsten und alles, was das Unverpackt-Herz begehrt, im Angebot. Das Sortiment wächst mit der Nachfrage. Hannah und Carlo haben es sich zum Ziel gesetzt, damit allen ein verpackungsfreies Leben zu ermöglichen.

Naturverpacktes Westendpur im Westend

Unverpacktes in stylischen Weinkisten © Naturverpacktes Westendpur

Im Westend was Neues – und zwar „Naturverpacktes Westendpur“ in der Heimeranstraße. Das Gründerpaar Juliane und Stefan Breitschopf haben eine Mission: „Weniger Plastik, mehr Unverpackt-Supermärkte. Am besten in jedem Viertel.“ Das Ehepaar ist erster Franchise-Partner von Naturverpacktes MutternaturLaden in Harlaching. In ihrem Anfang Juli 2020 eröffneten Unverpackt-Laden findet ihr ab sofort hochwertige Lebensmittel, ausgewählte Milchprodukte, Getränke und Pflegeprodukte – mit kurzen Lieferketten. Alle Waren werden von den Gründern selbst abgefüllt, wer mag, kann sogar eine Einkaufsliste abgeben und abends seinen fertig gepackten Einkaufskorb abholen.  

Bilder von Geheimtipp München und jeweiligen Copyrights.

Dieser Beitrag ist auf redaktioneller Ebene entstanden.

Stefanie Manna

Halb sizilianisch – halb bayerisch: Bei dieser Kombo kann ja nur was Verrücktes rauskommen! Wenn Steffi nicht gerade lacht oder isst, redet sie. Oder macht sich auf die Suche nach neuen Abenteuern. Frei nach Pippi Langstrumpf "Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar.“ ist Steffi am liebsten mit dem Rucksack auf Reisen. Kommt am Ende aber immer gerne zurück in die Stadt für die ihr Herz schlägt: nach München.