Flight of the Phoenix

Flight of the PhoenixMajestätische Kunst im MUCA

Nee nee, mit in Stein gemeisselten Figuren hat Der Flug des Phönix von der Künstlergruppe super+ so gar nichts am Hut. Er sieht aus wie ein bombastisch großer Drachen aus flüssigem Quecksilber. Und wie der vor atemberaubender Kulisse im indischen Ozean tänzelt, könnt Ihr bis zum 10. Juli im Museum of Modern and Contemporary Art (MUCA) anschauen.

Was da so futuristisch im Himmel fliegt, ist eigentlich nur schnöde Spiegelfolie. Sehr viel Spiegelfolie. Denn Der Flug des Phönix trumpft mit Maßen von etwa 60 x 35 x 20 m auf. Um nochmal sicherzustellen: Wir reden hier von Metern. Das ist mehr als halb so hoch wie die Frauenkirche. Für die Performance wird das hauchdünne Material mit Luft und Helium gefüllt - die gewaltige Skulptur wird in körperlicher Schwerstarbeit über Stunden von den Künstlern gelenkt, bleibt ständig in Bewegung, verändert seine Form und und spiegelt immer anders seine Umwelt wieder.

Und die war bisher beeindruckend: Er fliegt seit 2015 - schon am Pariser Eiffelturm, in Berlin oder der Münchner Pinakothek der Moderne – und nun fand eben eine Performance ohne Zuschauer statt – wenn man von ein paar Fledermäusen absieht, und zwar auf Mauritius. Dass das nicht nur viel Potential für beeindruckende Bilder birgt, sondern auch für Unvorhergesehenes und Katastrophen, kann man sich angesichts der Masse an fragiler Folie schon vorstellen. Zum Glück wurde das alles filmisch und fotografisch dokumentiert – so dass wir anhand von Bildern und Filmmaterial aus nächster Nähe im MUCA anschauen können, wie majestätisch sich die silbrige Skulptur letztendlich vor einem drohenden Tropensturm windet.

Falls Ihr also in der Nähe vom Marienplatz seid, schaut einfach mal im MUCA vorbei – der Eintritt ist frei und auch ein shoppingermüdeter Geist und Körper können angesichts der kraftvollen Bilder auf der Großbildleinwand wunderbar entspannen. Das ist so bisschen, wie vorbeiziehende Wolken beobachten – nur eben mit so herrlich eleganten Quecksilberwölkchen.

 

Pics by Alexa von Arnim.

Henrike Hegner

Lebe Dein Ändern! Henrike hat es irgendwann aufgegeben, „nie“ zu sagen. Immer dann, wenn etwas unbekannt, irritierend oder anders ist, ist das Nordlicht mit vollem Herzen dabei – oft zu ihrer eigenen Überraschung. Feinste Künste und letzter Trash können sie gleichermaßen begeistern. Nervös wird sie nur, wenn die Flasche Cola nicht in Griffweite ist.