Filmfest München 2018

Filmfest München 2018Highlights, Themen und Vorstellungen 4free

Das Filmfest München steht seit jeher nicht nur für grandios gemachte, mitunter bewegende und immer unterhaltsame fiktive Bewegtbilder, sondern auch für gesellschaftsrelevante Inhalte. So werden auch dieses Jahr Themen wie Frustration, Emanzipation und Inspiration in den Filmen behandelt. Auch die aktuellen und unterschiedlichen Überwachungspraktiken haben viele der involvierten FilmemacherInnen inspiriert - das merkt man mit Blick auf das diesjährige Programm deutlich. Aber klar, Filme sollen ja nicht nur zum Denken anregen, sondern auch auch ordentlich Laune machen! Darum kommen auch Inhalte wie Musik, Jugend, Sport nicht zu kurz.Wir haben euch die Themenschwerpunkte und ihre Repräsentanten in Filmform mal zusammengetragen. Und sagen euch, wo ihr sogar umsonst schauen könnt...

Das Filmfest in Zahlen

Es ist das 36. Filmfest München, dieses Jahr mit 220 Filmen aus 43 Ländern. Es stellen sich 185 aktuelle Filme, 133 Deutschlandpremieren und 43 Weltpremieren vor. Hier geht's zum Programm und hier zu den Tickets. 

Themenschwerpunkt Überwachung

Beispielfilme zum Thema sind unter anderem Searching von Annesh Chaganty, ein Entführungsthriller der komplett auf Computerbildschirmen stattfindet. Außerdem zeigt Bing Xu‘s Dragonfly Eyes ausschließlich Bildmaterial von Überwachungskameras, welches eine spannende und vielleicht unbekannte Perspektive aufzeigt. Zudem wirft die schwarze Komödie Wooble Palace von Eugene Kotlyarenko einen satirischen Blick auf das Online Dating und der deutsche Vertreter Safari – Match Me If You Can von Rudi Gual behandelt das digitale Dating. Wendy McColms‘ Birds without Feathers dokumentiert wie Isolation und Entfremdung durch Social Media intensiviert werden. Die Absurdität von entmeschlichter Überwachung wird von Kim Nguyen in Eye on Juliet gezeugt und der Thriller A Young Man with High Potential von Linus Paolis illustriert die Gefahren der Anonymität im Netz. Auch im Abschlussfilm Anon kommt das Thema Überwachung zum Tragen. Regisseur Andrew Niccol, wird bei der Deutschlandpremiere natürlich auch München Zugast sein. In seinem Film analysiert er das Leben in einer zunehmend virtuellen Welt.

Themenschwerpunkt Musik

Aber keine Sorge! Für Optimisten findet sich natürlich auch ein heiteres Thema: nämlich Musik. Sie zieht sich durch sämtliche Gattungen und Genres. Beispielsweise zeigt Jesse Peretz‘ Juliet, Naked die Verfilmung von Nick Hornby‘s gleichnamigen Romans. In Ari Gold’s The Song of Sway Lake streitet man sich um das Erbe einer wertvollen Schallplatte. Außerdem gibt es zwei Dokumentationen, einmal über das Jazz-Label Blue Note von Eric Fiedler namens It Must Schwing – The Blue Note Story und zum anderen Black Wave von Peter Azen, der die schwindende Münchner Punk-Szene illustriert. Hinzu kommen Musicals, die vom HipHop Budgetfilm My Name Is Myeisha über die Ganster-Geschichte aus Italien Ammore e malavita bis zu Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm von Joachim A. Lang reichen. Letzterer eröffnet das diesjährige Filmfest München am 28. Juni und feiert damit sogleich seine Weltpremiere.

Die Reihe Neues Deutsches Kino 2018

Sie umfasst 16 deutsche Produktionen, die von gesellschaftlich relevanten Themen über wagemutige Visionen bis zu historischen Inhalten reichen.  Um nur einige Beispiele zu nennen: der Film Wackersdorf von Oliver Haffner, welcher den Zuschauer in die Oberpfalz der Achtzigerjahre zurückversetzt. Die Filme So was von da von Jakob Lass und Yung von Henning Gronkowskis behandeln zum einen die letzte Nacht eines Musikclubs in Hamburg und zum anderen ein Portrait Berliner Jugendlicher der Generation Z. Das Thema Geschlechterverhältnisse ist wiederzufinden in Linus de Paolis Thriller A Young Man with High Potential, worin ein hochbegabter Informatikstudent seinen Liebeskummer mit chemischen Substanzen mildert und Leonel Dietsches Ende Neu, einer postapokalyptischen Welt, in der nur die Männer überleben.

Die Komödie Kim hat einen Penis von Philipp Eichholtz thematisiert die Problematik einer Frau, die ein Mann sein möchte. Außerdem zeigt Alles ist gut ein Drama von Eva Trobisch bei dem die Hauptdarstellung nach einer Vergewaltigung versucht ihre Fassade aufrechtzuerhalten. Bei dem Film Wir haben nur gespielt von Ann-Kristin Reyel versuchen Miro und Jona, die aus unterschiedlichen Welten stammen, Freunde zu sein. Die Filme In the Middle of the River von Damian John Harper, Idioten der Familie von Michael Klier und Katinka Narjes Nixen ist das Hauptthema die Familie. Zudem werden noch zwei Dokumentarfilme in dieser Reihe gezeigt: Eine deutsche Familiengeschichte über drei Generationen in Familie Brasch von Annekatrin Hendel und das Selbstexperiment von Lola Randl in Von Bienen und Blumen.

Die Serien

In der Reihe Neue Deutsche Serien wird exklusiv die erste Folge von Parfum gezeigt. Die Serie spielt am Niederrhein und handelt von einer Profilerin mit eigenen Ermittlungsmethoden, einer brutalen Mordserie und einer Spur, die sie in die Vergangenheit führt. Regisseur Philipp Kadelback lies Ideen von Patrick Süskinds „Das Parfum“ einfließen - daher auch der Name. Ebenfalls eine Reise in die Vergangenheit macht Freya Becker in der Serie Die Protokollantin beim Berliner LKA. Letztere stößt auf einem Fall, der sie an ihre spurlos verschwundene Tochter erinnert. Die Familiengeschichte eines Verlegerclans nach dem Tod des Patriarchen wird in Labaule & Erben erzählt. Die Serie Servus Baby hinterfragt den vordefinierten Lebensweg: verlieben, fortpflanzen und Karriere machen in München (allerdings stammt die Serie aus Belgien, Australien, Kanada und USA). 

Erste Serien-Folgen kostenlos anschauen...

... könnt ihr in der Reihe Serien Spotlight. Darin präsentiert das Filmfest München in Kooperation mit SERIENCAMP Festival die faszinierendsten internationalen Highlights. Es werden jeweils die ersten beiden folgen der ersten Staffel gezeigt von:

  • Mystery Road (Ermittler sucht verschwundene Farmarbeiter im Outback)
  • Caught (Gefängnisinsasse sucht nach Gerechtigkeit bricht aus und wird verfolgt)
  • The Day (flüchtige Bankräuber, 1 Tag, 2 Geschichten, unterschiedliche Perspektiven).
  • Mr. Mercedes (basiert auf Stephen King, Kreuzzug eines Ex-Cops, der psychopathischen Killer stoppen will)

Jugend-Event

Am 29. Juni geht's beim Filmfest um die Jugend und den Nachwuchs. Gezeigt wird die Weltpremiere von Aron Lehmanns Komödie Das schönste Mädchen der Welt, in dem Roxy, die neu in der Klasse ist, allen Jungs den Kopf verdreht. Zu dem Anlass sind nicht nur die Hauptdarsteller Luna Wedler, Aaron Hilmer und Damian Hardung in München Zugast, sondern auch Anke Engelke und Heike Makatsch, sowie die YouTube Stars Julia Beautx und Jonas Ems, die ebenfalls im Film mitwirken. Seit 2016 möchte das Filmfest München junge Menschen zwischen 14 und 24 Jahren wieder mehr für die große Leinwand begeistern und hat darum das Event-Kino mit diesem Fokus ins Leben gerufen. Wer Roxy’s Herz am Ende erobert, könnt ihr euch am 29. Juni ab 16.30 Uhr im Malthäser Kino anschauen.

Und zum Schluss noch einmal Tickets for free!

Open Air für Boxfilm-Fans

In diesem Jahr werden beim OpenAir des Filmfests acht Boxfilme unter dem Motto „Faust aufs Auge“ gezeigt - von den 60er Jahren bis heute. Der Eintritt ist für jede Vorstellung kostenlos. 

  • Rocky – Die Chance seines Lebens (1976)
  • Creed – Rocky’s Legacy (2015)
  •  Chuck – Der wahre Rocky (2016)
  • Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki (2016 - finnisches Boxerporträt)
  • Kid Galahad – Harte Fäuste, heiße Liebe (1962 - Elvis spielt einen Boxer, der sich verliebt)
  • Die Faust im Gesicht (1962 - Mountain Rivera vs. Cassius Clay alias Muhammad Ali)
  • Wie ein wilder Stier (1980 mit Robert de Niro)
  • Girlfight – Auf eigene Faust (2000 - begabte Boxerin kämpft um Liebe, Macht und Anerkennung)

Pics by Filmfest München.

Bianca Veser

Bianca ist als Deutsch-Paraguaya in der Welt zuhause und in Minga dahoam. Mit dem Motto „Lache und die Welt lacht mit dir“ läuft sie aufgeschlossen für nette Menschen und schöne Dinge durch die Gegend. Als passionierte Hobbyköchin erkundet Bianca außerdem gerne Münchens kulinarische Vielfalt - egal ob Snack to grab oder außergewöhnliche Kochkunst jenseits des Alltäglichen. Ihre zweite Leidenschaft: Make-up und Beauty-Tipps ausprobieren - und zwar am liebsten stuuundenlang.