Brezn!

Brezn!Eine Ode an das beste Gebäck der Welt

Verschlungen in liebevoller Selbstumarmung - so schmiegt unser bayrisches Lieblingsgebäck seine Ärmchen an den salzigen Laugenkörper. Oder ist die Geste doch eher als Armverschränkung der bockigen Art zu deuten?

Unsere Brezn, ein bayrischer Grantler? Eigentlich eine ziemlich charmante Vorstellung. Und irgendwie bezeichnend. Denn geboren wurde die bayrische Version des traditionellen Fastengebäcks nicht etwa aus geschmacklicher Kreativität. Sondern aus Versehen. Und zwar im Februar 1839. So besagt es die Legende.

Noch etwas verschlafen griff Bäckermeister Anton Nepomuk Pfannenbrenner versehentlich statt zum Zuckerwasser zur Natronlauge. Damit hatte er zuvor die Backbleche gereinigt. So bekamen seine Brezn an diesem Tag eine nie dagewesene Glasur. Ergebnis: ein außergewöhnlich knusprig braunes Gebäck mit verlockend würzigem Geruch. Und eine Glasur, die in die Geschichte eingehen sollte. Die Laugenbrezel war geboren.

Heute hat die Brezn viele Gesichter: ob ganz classy mit Butter, voll aufgebrezelt mit Kas und Wurscht oder rank und schlank mit Schnittlauch. Egal wie, wir lieben unser Traditionsgebäck! Nicht nur, weil es fabelhaft schmeckt. Sondern, weil es gewissermaßen wie München IS(S)T: geschmackvoll, weltbekannt und nicht zuletzt immer die richtige Wahl.

Aufpassn, sonst dabrezlt's di!

Achtung: Sturzgefahr!

zerbrezelt (Verb)

stürzen, verunfallen, zerstört werden

Ea hod a gscheide Brezn grißn!

Er ist schwer gestürzt.

Jemandem a Brezn geben

jemanden verbal oder körperlich angreifen

a Breznsoizer

ein Brezensalzer, umgs. für Person, mit untergeordneter beruflicher Position, Lehrling

I' bin doch ned Eahna Breznsoizer!

Ich bin doch nicht Ihr Arsch vom Dienst!

Julia Katharina Tomski

Ursprünglich aus dem bodenständigen Nordrhein-Westfalen folgte Julia dem Ruf der Medienstadt München und fand als Feingeist mit Hang zu schönen Dingen, gutem Geschmack und herzerwärmenden Menschen hier ihr Glück und einen Quell an Inspiration. Trotzdem: Im Alltag trägt Julia statt weißem Blüschen und Perlenohrringen lieber zerrissene Jeans und das Herz auf der Zunge. Denn: U can take the girl out of the Pott but U can never take the Pott out of the girl.