Eine Ode an das beste Gebäck der Welt

Eine Ode an das beste Gebäck der WeltZum "Tag der Brezel"

Verschlungen in liebevoller Selbstumarmung - so schmiegt unser bayrisches Lieblingsgebäck seine Ärmchen an den salzigen Laugenkörper. Oder ist die Geste doch eher als Armverschränkung der bockigen Art zu deuten? Zum internationalen "Tag der Brezel" (immer am 26. April) haben wir uns dazu mal ein paar (mehr oder weniger sinnvolle) Gedanken gemacht.

Das Gebäck der Grantler

Unsere Brezn, ein bayrischer Grantler? Eigentlich eine ziemlich charmante Vorstellung. Und irgendwie bezeichnend. Denn geboren wurde die bayrische Version des traditionellen Fastengebäcks nicht etwa aus geschmacklicher Kreativität. Sondern aus Versehen. Und zwar im Februar 1839. So besagt es die Legende.

Kurz verguckt und... huch!... Fertig war die erste Brezn!

Noch etwas verschlafen griff Bäckermeister Anton Nepomuk Pfannenbrenner (da lag das Versehen wohl schon im Namen) versehentlich statt zum Zuckerwasser zur Natronlauge. Damit hatte er zuvor die Backbleche gereinigt. So bekamen seine Brezn an diesem Tag eine nie dagewesene Glasur. Ergebnis: ein außergewöhnlich knusprig braunes Gebäck mit verlockend würzigem Geruch. Und eine Glasur, die in die Geschichte eingehen sollte. Die Laugenbrezel war geboren.

Komm näher, Baby!

Wandelbar wie der Münchner selber

Heute hat die Brezn viele Gesichter: ob ganz classy mit Butter für die Urgesteine in der Schwabinger Boazn, voll aufgebrezelt mit Avocado und Sprossen im Altstadt-Hipster-Bistro oder rank und schlank mit Schnittlauch-Quark für all die schicken Muttis in Haidhausen oder Nymphenburg. Egal wie, wir lieben unser Traditionsgebäck. Nicht nur, weil es fabelhaft schmeckt. Sondern, weil es gewissermaßen wie München IS(S)T: geschmackvoll, weltbekannt und nicht zuletzt immer die richtige Wahl.

Kleiner Vokabel-Guide rund um die Brezn

Aufpassn, sonst dabrezlt's di!

Achtung: Sturzgefahr!

zerbrezelt (Verb)

stürzen, verunfallen, zerstört werden

Ea hod a gscheide Brezn grißn!

Er ist schwer gestürzt.

Jemandem a Brezn geben

jemanden verbal oder körperlich angreifen

a Breznsoizer

ein Brezensalzer, umgs. für Person, mit untergeordneter beruflicher Position, Lehrling

I' bin doch ned Eahna Breznsoizer!

Ich bin doch nicht Ihr Arsch vom Dienst!

Wie viele hätten Sie gern? - Ach, geben Sie mal alle!

Julia Katharina Tomski

Ursprünglich aus dem bodenständigen Nordrhein-Westfalen folgte Julia dem Ruf der Medienstadt München und fand als Feingeist mit Hang zu schönen Dingen, gutem Geschmack und herzerwärmenden Menschen hier ihr Glück und einen Quell an Inspiration. Trotzdem: Im Alltag trägt Julia statt weißem Blüschen und Perlenohrringen lieber zerrissene Jeans und das Herz auf der Zunge. Denn: U can take the girl out of the Pott but U can never take the Pott out of the girl.