Bravo an die Bravo Bar

Bravo an die Bravo BarAuf einen Espresso in der nördlichsten Bar Italiens

Ein bisschen ist es so, als wäre sie schon immer da gewesen: Diese schicke Bar, mitten im Glockenbachviertel. In der sich die Gäste an verspiegelten Stehtischen angeregt unterhalten und dabei Prosecco schlürfen. Während sich vor dem Eingang so viele Menschen tummeln, dass sogar auf dem Bürgersteig kaum noch Platz bleibt. Nein, Startschwierigkeiten hatte die Bravo Bar keine, als sie vergangene Woche in der Fraunhoferstraße 20 eröffnet hat.

© Geheimtipp München

Kleine Preise, großer Glanz

Die Tische aus Edelstahl und die Spiegelwände, in denen sich das warme Licht der Messinglampen reflektiert - elegant wirkt das Ambiente in der Bravo Bar. “Vielleicht ist es etwas zu schick geworden”, sagt Damir Stabek, einer der beiden Besitzer. Denn der Eindruck trügt, das wird spätestens beim Blick in die Speisekarte klar: Wirklich teuer ist es hier nicht.

Wir sind beide keine Italiener, aber wir lieben Italien.

Damir Stabek

Amore nach Italien

Espresso für einen Euro, Gin Tonic für 7,50, die Flasche Secco ab 20 Euro. Vitello Tonnato, Tomate Mozzarella, Pasta - nicht ein Gericht kostet mehr als einen Zehner. Das Konzept: italienische Tagesbar. Dabei sind weder Damir Stabek noch Marlon Schuler, der zweite im Bunde, Italiener. “Aber wir lieben Italien!”, sagt Stabek und lacht. “Vor allem das Essen und die Getränke.”

Gemeinsam was riskieren

Stabek und Schuler sind so etwas wie Gastro-Experten in München. Schuler ist für seine temporären Barkonzepte wie die temporäre Staatsbar in der Staatsbank, die Girls Bar und die Kantine in der Alten Akademie bekannt. Stabek für die Waldmeister in der Barer Straße, die Kongress Bar und Saluti da Capri. Die Bravo Bar ist ihr erstes gemeinsames Projekt. Und trotz der vielen Erfahrung sagt Stabek: Garantiert ist der Erfolg deshalb nicht, “ein Risiko gibt es immer.”

Italien mitten im Glockenbach © Geheimtipp München

Eine entspannte Küchenatmosphäre

Vor allem bei gewagten Ideen: Wenn es in der Bar zum Beispiel gar keine echte Bar gibt. Hier kann man seinen Drink nicht an einem Tresen bestellen, sondern steht quasi mit den Bedienungen direkt dahinter. Dafür zieht sich aber eine lange Theke mitten durch den kleinen Raum, um die man von allen Seiten sitzen oder stehen kann. “Das sorgt für eine entspannte Küchenatmosphäre”, sagt Stabek. Und gibt zu, dass das Konzept der offenen Bar auch dem Platz geschuldet ist. Aber: “Not macht erfinderisch.” 

Freut euch auf hauseigenen Prosecco © Geheimtipp München

Die langgezogene Bar ist das Herzstück © Geheimtipp München

La dolce far niente

Das italienische Motto "la dolce far niente", also die Süße des Nichtstuns lässt sich in der Bravo Bar richtig ausleben. Tagsüber können wir hier stundenlang Caffè trinken und uns kulinarisch mit süßen Cornetti und herzhaften Panini selbst belohnen. Am besten bleiben wir dann auch noch übers Mittagessen sitzen und gönnen uns eine Portion Pasta. Und da das Nichtstun bekanntermaßen auch länger gehen kann, bleiben wir einfach sitzen trinken abends Aperitivo und Secco gestikulieren, lachen, reden - ganz italienisch eben- und feiern mit unseren Amici das Leben und das Nichtstun. Bravo Italia!

Bilder von Isabell Kloss für Geheimtipp München.

Dieser Beitrag ist auf redaktioneller Ebene entstanden.

Ekaterina

Ekaterina führt ein Doppelleben. Hier in Bayern kennt sie so gut wie niemand unter ihrem russischen Namen. Und daheim, in Nordrhein-Westfalen, weiß dafür keiner, wie sehr sie das bayerische Bier schätzt - und dafür auch mal dem guten Krombacher Pils den Rücken zukehrt. Die Wahrheit ist aber: Im vergangenen Jahr hat sie München fest ins Herz geschlossen.