Du bist Faust!

Du bist Faust!Eine Ausstellung wird zur Theaterbühne

Goethes Faust – fast jeder hat es gelesen – aber kaum jemand freiwillig. Die theaterhaft inszenierte Ausstellung der Kunsthalle München hat aber mit dem öden Literaturdiskurs in der Schule herzlich wenig zu tun. Also, wagt Euch ruhig auf diese Faust-Reise! Bis zum 29. Juli erwartet sie euch in der Kunsthalle München. 

Stolze drei Jahren Vorbereitung hat es gebraucht. Dass dabei der Bühnenbildner und Künstler Philipp Fürhofer die Ausstellung kräftig mitkonzipiert hat, merkt man. Die Kunsthalle ist nun ein stimmungsvoller Parcours: Ihr werdet Raum für Raum durch die Handlung des weltweit bekanntestem Werk der deutschen Literatur geführt und fühlt Euch fast so, als ob ihr die Tragödie im Theater anhand von Kunstwerken erlebt - was vielleicht auch dran liegt, dass Ihr irgendwann tatsächlich auf einer Theaterbühne steht und aufs Publikum schaut.

Die Ausstellung ist so aufgebaut, dass absolute Faust-Novizen die Handlung anhand der Kunstwerke erschliessen können - Faust-Profis aber auch Neues entdecken. Das Who-is-Who der Kunstgeschichte ist mit Eugène Delacroix oder Charles Gounod vertreten, aber auch vollkommen unbekannte Künstler und Werke sind unter den etwa 150 sehr unterschiedlichen Exponaten – selbst das Supermodel der 90er Jahre Claudia Schiffer werdet Ihr sehen – auf den Fotografien von Karl Lagerfeld.

Und wenn Ihr Euch fragt, was dieser Faust noch mit Euch zu tun hat?! Tja, auf seinem Ego-Trip sucht er sein Glück, hetzt non-stop von einem Event zum nächsten und will immer mehr und mehr - dafür geht er auch über Leichen – in diesem Fall über Gretchens. Kommt Euch vielleicht ein ganz bisschen bekannt vor (bis auf die Leiche)? Hmm... es gibt wahrscheinlich gute Gründe, weswegen wir Faust noch bis in die Gegenwart mitgeschleppt haben.

Pics oben by Henrike Hegner.

Henrike Hegner

Lebe Dein Ändern! Henrike hat es irgendwann aufgegeben, „nie“ zu sagen. Immer dann, wenn etwas unbekannt, irritierend oder anders ist, ist das Nordlicht mit vollem Herzen dabei – oft zu ihrer eigenen Überraschung. Feinste Künste und letzter Trash können sie gleichermaßen begeistern. Nervös wird sie nur, wenn die Flasche Cola nicht in Griffweite ist.