Die 7,5  besten Ski-Kurztrips

Die 7,5 besten Ski-KurztripsRauf auf Board und Bretter!

Ohne Frage wird jeder Münchner von Gästen aus dem Rest Deutschlands regelmäßig für die "zum Greifen nahen" Alpen beneidet. Im Winter und mit dem dazugehörigen (zugegeben nicht ganz billigen) Skisport spielt diese Nähe ihre volle Stärke aus. Man kann auch ohne eine einzige Übernachtung locker auf seine 20 Skitage kommen und den Abend trotzdem in seinen eigenen, gemütlichen vier Wänden verbringen. Wir haben euch mal ein paar richtig gute Kurztrips zusammengetragen mit denen ihr die Winterzeit so richtig auskosten könnt.

Brauneck / Lenggries

Der Klassiker unter den Münchner Pisten und nach Kilometern auch der nächstgelegene Ort für eine ordentliche Wintersportsause: Brauneck in Lenggries. Über der Skiabfahrt thront der Braunecker Gipfel. Simpel aber charmant können hier Ski-Hungrige, die trotz der Nähe zur Heimatstadt abends nicht mehr ins Auto klettern wollen, auch in einigen über das ganze Gebiet verteilten DAV-Hütten übernachten und so gleich zwei Skitage abstauben. Das für seine relativ wenigen Pistenkilometer doch recht weit verzweigte Gebiet bietet speziell für Neulinge viel Raum zur Erkundung. Eine knackig-schwere schwarze Rampe sucht man hier vergebens, sonst ist aber für jeden Trainingsstatus eine passende Abfahrt dabei.

 

Hausberg / Garmisch

© Snowplaza

Schon am Namen lässt sich erahnen, dass hier eine echte Stammstrecke wartet. Der Hausberg ist getreu seines Namens das Traditionsgebiet der Münchner schlechthin. Die Nähe zu München, der Anschluss an Garmisch und die weltberühmte Kandahar-Abfahrt ergeben einen echten Massenmagneten. Das lässt es an den Wochenenden so richtig bumsvoll werden. Dafür gibt es drei Lösungsansätze: Entweder früh in der Saison kommen, oder aber früh am Tag, dann ist noch freie Fahrt angesagt. (Oder einfach mal unter der Woche blau machen...)

 

Grubigstein / Lermoos

Wer die Nähe zur monumentalen Zugspitze nicht missen möchte und sie gerne in Sichtweite hält, jedoch den Trubel der Kandahar scheut, für den gibt es einen echten Insider-Spot: Unter Münchnern weniger bekannt und besucht ist das Lermooser Skigebiet. In seiner Größe perfekt aufgestellt für einen Daytrip, bieten die Abfahrten rund um den Grubigstein sowohl ein erstklassiges Panorama in fast alle Himmelsrichtungen, als auch wesentlich weniger überlaufene Lifte. Besonderer Pluspunkt: abwechslungsreiche Streckenführungen.

 

Aktivarena am Kolben / Oberammergau

© Naturpark Ammergauer Alpen

Um die Anfahrt von München noch kürzer zu gestalten, bietet sich ein bei Münchnern fast unbekanntes Skigebiet an: Das absolut anfängerfreundliche Skigebiet am Kolben bei Oberammergau ist für seine geringe Größe häufig zwar recht gut besucht, zu lange Wartezeiten an den Liften kommen dennoch nicht auf. Wer steile, sportliche und rasante Abfahrten bevorzugt ist hier falsch. Wer jedoch einen Hamburger Flachlandtiroler an die Freuden des Wintersports gewöhnen möchte, findet nur schwer besseren Ersatz in Punkto "Absolute-Beginner-Piste". Bergab geht’s natürlich auch hier und wer sich als Skifahrer mit ausgeglichenem Gemüt versteht, muss keine Langeweile fürchten.

 

Steinplatte / Reit im Winkl

© www.steinplatte.tirol

Die Nähe zu unseren Nachbarn, wie lieben wir sie?! Einen Besuch in Österreich wert ist auf jeden Fall Reit im Winkl. Der Haupteinstieg in den weißen Spaß ist der Südhang von Waidring aus. Der große Vorteil für den Münchner liegt genau in dieser Situation. Über die Winkelmoosalm kann sich nämlich der Münchner klammheimlich und diskret von hinten auf den Berg befördern lassen und sich unter die österreichischen Wintersportcracks mischen. Es erwartet einen: vollen Zugriff auf die 14 Lifte und über 40 Pistenkilometer. "Tottreten" ist hier selten angesagt, denn eines der größten Skigebiete der ganzen Alpen liegt in unmittelbarer Nähe.

 

Wilder Kaiser / Söll

© Skiwelt Wilder Kaiser

Satte 290 Pistenkilometer warten hier auf frisch gewachste Bretter. Das ist natürlich viel zu viel für nur einen Tag, es sei denn man trainiert auf Hermann-Meier-Atomwaden-Niveau. Diese verlockende Größe des Gebiets verteilt sowohl die holländischen Wochen-Touristen als auch die Münchner Wochenend-Fahrer wunderbar und niemand muss sich hier über die Blätter fahren. Irgendeinen Lift findet sich immer, der noch sympathisch leer ist. Natürlich lassen sich unsere österreichischen Nachbarn den Spaß auch gut bezahlen. Nix für Schwaben also! Der absolute Renner ist das Nachtskifahren in der Skiwelt Söll. Mittwochs bis samstags kann man von 18.30 bis 21.30 Uhr perfekte Feierabend-Schwünge ziehen. Über 10 km Pistenlänge, die auch bei Nacht befahrbar sind, machen Söll zum größten Nachtskigebiet der deutschsprachigen Alpen.

Roßkopf / Spitzingsee

© Blog Tegernsee Schliersee

Mit nur 64 km ist der Spitzingsee zusammen mit Lenggries das am schnellsten zugängliche Münchner Stammgebiet. Natürlich sind wir und auch ihr nicht die Einzigen, die das wissen. Volle Wochenend-Pisten sind die Folge. Die Lösung kann nur heißen: wochentags fahren oder an Schlechtwettertagen härter zu sein als der Rest. Allerdings bietet das Liftkonzept am Spitzingsee auch noch eine weitere Chance! Jeder kennt das Phänomen: Der Mensch liftet nicht gern allein! Halbvolle Lifte sind normalerweise die Folge. Wer allerdings aus sportlichen Gründen anreist und kein Tratscher ist, kann und darf sich hier in einer Extragasse in noch freie Liftplätze vormogeln (funktioniert übrigens meist sogar zu zweit).

RIP Taubenstein

© Münchner Merkur

Ein echter Geheimtipp war bis vor Kurzem noch der Taubenstein. Die Wenigsten kennen und kannten diesen kleinen Trick. Auf dem Weg nach Spitzing konnte man den Motor auch schon einen Kilometer früher ausmachen und linker Hand mit einer charmanten, winzigen weil uralten Gondel auf den Taubenstein rauffahren, um oben festzustellen, dass es den Meisten hier zu klein ist. Leere Pisten und Lifte waren die Folge. Jetzt ist der alte Insider nur noch ein Mekka für Tourengeher, die gar nicht erst einen Lift brauchen. Der Taubenstein ist seit 2017 nur noch im Sommer geöffnet- zur warmen Saison aber weiterhin ein schönes Ausflugsziel. 

Oliver Rothstein

Olli ist eine gebürtig rheinische Frohnatur, wurde aber um ein Haar in München geboren. Keiner ist perfekt. Die Stadt erkundet er ausschließlich zu Rad, so entgeht ihm kein versteckter Winkel. Er liebt die Seen, die Berge aber vor allem den Stadtdschungel.