Das Traditionshaus Kustermann feiert 222. Geburtstag

Das Traditionshaus Kustermann feiert 222. GeburtstagSechs Orte, an denen Kustermann bis heute verewigt ist

München ohne Kustermann ist wie die Wiesn ohne Anstich – geht einfach nicht. Das größte Fachgeschäft seiner Art im deutschsprachigen Raum ist mit seinen 222 Jahren zu einer festen Instanz geworden. Kein Wunder, schließlich verbinden wir Münchner nicht nur das Geschäft in der Altstadt mit dem Namen, sondern viele weitere Orte und Anekdoten. In ganz München und darüber hinaus haben Franz Seraph Kustermann und seine Nachkommen bei so einigen Projekten mitgewirkt. Wir haben uns zum Jubiläum auf die historischen Spuren des Traditionshauses begeben und sind dabei sogar auf König Ludwig II. gestoßen.

Von der kleinen Eisenwarenhandlung zum größten Fachgeschäft seiner Art

In unserem Kultplace #12-Artikel habt ihr bereits mehr über die Geschichte von Gründer und Namensgeber Franz Seraph Kustermann erfahren. 1798 eröffnete am Oberen Anger eine kleine Eisenwarenhandlung, heute, 222 Jahre später, ist der Kustermann am Viktualienmarkt das größte Fachgeschäft seiner Art im deutschsprachigen Raum. Wo Franz Seraph und seine Nachkommen noch so mitgewirkt haben? Wir verraten es euch!

Angebote zum Jubiläum

OIS GUADE ZUM 222., LIEBER KUSTERMANN

Der Kustermann hat sich für euch zum 222-jährigen Geburtstag viel Schönes einfallen lassen:
Jubiläumsangebote bis 26.09.2020 im Laden sowie im neuen Onlineshop, Dekorationen im Haus und ein Gewinnspiel.
Vorbeischauen lohnt sich!

1. Glasklare Geschichte

Weil der Kustermann zu München gehört wie die Brezn zur Weißwurst, ist es fast keine Überraschung, dass das Traditionshaus auch im Rathaus am Marienplatz sein Platzerl hat. Gegenüber von Zimmer 302 könnt ihr mal einen genauen Blick auf das farbige Glasfenster werfen. Dort werdet ihr zwei Figuren entdecken, die für Handel und Industrie stehen. Umrahmt werden diese von vier kleineren Bildern, auf denen ihr das Geschäftshaus am Rindermarkt erkennen könnt. Auf einem weiteren Bild ist das ehemalige Lagerhaus am Ostbahnhof zu finden. Gestiftet wurde das Glasfenster im Jahre 1906 von Franz und Hugo Kustermann. Auch 1944, als das Rathaus große Schäden erlitt, half Kustermann mit einer Spende und stiftete 1989 die Restaurierung, durchgeführt vom Glasmaler Gustav van Treeck.

Kustermann, Marienplatz, Rathaus

Das Fenster im Rathaus, gegenüber von Zimmer 302 © Wunderland media GmbH

Rathaus, Marienplatz, Kustermann

Im Rathaus am Marienplatz findet ihr Spuren der Kustermänner © wunderland media GmbH

2. Haute-Couture meets Porzellan

Was Mode mit Porzellan zu tun hat? So einiges! Zumindest für den ersten Couturier, der ein eigenes Haute-Couture-Unternehmen gründete. Die Rede ist von Pierre Cardin. Dieser stellte 1950 als erster hochwertige Konfektionsmode für den Weltmarkt her. Dabei beließ er es aber nicht: So nutzte er seine künstlerische Gabe ebenfalls für Armbanduhren und sogar für Auto-Interieur. Am 10. Mai 1985 stellte der Modeschöpfer und Designer dann seine eigene Hutschenreuther Porzellanserie „Maxim's de Paris“ im Kustermann vor – angelehnt an sein 1981 erworbenes Pariser Nobelrestaurant Maxim's. Es wundert wohl niemanden, dass die Porzellanserie bei den damaligen Kustermann-Kunden begeisterten Anklang fand.

Heute wie damals ist der Kustermann die Anlaufstelle für schönes Porzellan © Wunderland media GmbH

3. Eisenerzeugnisse in ganz München

In der Eisengießerei an der Rosenheimer Straße sind so einige Erzeugnisse entstanden, die ihr noch heute in München entdecken könnt. Von unzähligen Treppen und Säulen über Laternen und Bänke bis zu Friedhofskreuzen ist alles dabei. Wenn ihr mal wieder über den Viktualienmarkt spaziert, werft doch mal einen Blick zu euren Füßen, denn dort auf den Gullydeckeln werdet ihr öfter den Schriftzug „F.S. Kustermann München“ lesen. Und wisst ihr, was der Schwertlilienweg, der Viktualienmarkt und die Milchstraße gemeinsam haben? Richtig, die Straßen- und Hausschilder. Da wurden nämlich auch so einige von Kustermann angefertigt und zieren vielleicht sogar eure Straße. Ihr seht schon, der Kustermann hat so einige Eisen im Feuer, beziehungsweise in München!

Zu euren Füßen: Gullydeckel made by Kustermann © Wunderland media GmbH

Viktualienmarkt, Kustermann

Werft beim nächsten Spaziergang über den Viktualienmarkt mal einen Blick auf den Boden © Kustermann

4. Naturverbundene Kustermänner

In der Rosenheimer Straße, an der ihr heute den Kustermann Park vorfindet, gab es früher etliche Hektar Wiesengrund – Vor allem für den Fuhrpark, der bis zu 80 Kaltblüter umfasste. Die heutige Geschäftsführerin Dr. Linn-Kustermann erinnert sich noch an die Anekdoten ihres Mannes. Dieser hielt schon als kleiner Bub dort Kaninchen, um deren Fleisch und Felle zu verkaufen. Darunter litten aber seine Schulnoten und so wurde sein geschäftstüchtiges Projekt von seiner Mutter erstmal auf Eis gelegt. Ein paar Jahre später machte er Urlaub in Mittenwald und entdeckte dort seine Leidenschaft für Ziegen. Kurzerhand bat er seinen Papa um ein paar Geißen und Böcke, um sich mit dem Verkauf frischer Ziegenmilch an die Arbeiter sein Taschengeld zu verdienen.

Der Kustermann ist aus unserem Münchner Stadtbild nicht mehr wegzudenken © Wunderland media GmbH

Das Atrium ist festlich zum 222-Jährigen dekoriert © Wunderland media GmbH

5. Es plätschert um den Kustermann

Habt ihr euch die Brunnen rund um den Viktualienmarkt mal genauer angeschaut? Neben einigen Kustermann-Hydranten findet ihr sechs Brunnendenkmäler für drei Münchner Ur-Persönlichkeiten: Kustermann-Stammkunde Karl Valentin, Volkssänger Weiß Ferdl und Schauspielerin Liesl Karlstadt. Die anderen drei Gedenkbrunnen wurden später für die Volkssänger*innen und Komiker*innen Ida Schumacher, Else Aulinger und den Roider Jackl erbaut. Die Isar war damals noch um einiges wilder als heute und hatte fast 90 Bäche und Seitenarme. Diese flossen quer durch München, darunter sieben Rinnsale über den Viktualienmarkt. Heute geht alles a bissal geordneter zu, die Brunnen sind aber geblieben.

Gedenkbrunnen, Karl Valentin, Geheimtipp München, Kustermann, Viktualienmarkt

Der Gedenkbrunnen von Karl Valentin © Wunderland media GmbH

6. Märchenhafte Stahlkonstruktion

Unser bayrischer König Ludwig II., liebevoll auch Märchenkönig genannt, hat so einige schöne Schlösser in unserem Bundesland erbauen lassen. Das märchenhafteste ist mit Abstand das Schloss Neuschwanstein. Im Schloss erreicht ihr über Geheimwege die Werke der Eisengießerei Kustermann. Denn dort, hoch oben in den Dachstuhl, lieferte Kustermann das Rohmaterial für die zu damaligen Zeiten äußerst moderne und luftige Stahlkonstruktion des Thronsaals. Royaler geht's ja wohl nicht! Wer sich auch königlich fühlen möchte, der verwöhnt sich am besten mit den Jubiläumsangeboten im Onlineshop. Schön zu wissen, dass man mit König Ludwig II. etwas gemeinsam hat. 

Auf weitere 222 Jahre, lieber Kustermann © Wunderland media GmbH

Historische Bilder von Kustermann, aktuelle Bilder von Max Bublak für Wunderland media GmbH.

Dieser Beitrag ist in Kooperation mit Kustermann entstanden.

Stefanie Manna

Halb sizilianisch – halb bayerisch: Bei dieser Kombo kann ja nur was Verrücktes rauskommen! Wenn Steffi nicht gerade lacht oder isst, redet sie. Oder macht sich auf die Suche nach neuen Abenteuern. Frei nach Pippi Langstrumpf "Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar.“ ist Steffi am liebsten mit dem Rucksack auf Reisen. Kommt am Ende aber immer gerne zurück in die Stadt für die ihr Herz schlägt: nach München.