Das EATapas

Das EATapasKöstliche spanische Bierdeckel für die Seele

Tapas-Läden mochten wir bisher nur im Original. Vor Ort. In Spanien. Die üblichen Verdächtigen in München haben wir eigentlich immer gemieden. Warum? Gute Frage! Vielleicht ist es da ähnlich wie mit den meisten Oldschool Chinesen (Restaurants, nicht Großvätern): zu viel Kitsch, zu viel Fett, zu wenig originell.

Das hat sich nun geändert. Leider musste das alteingesessene „Café am Gollierplatz“ dem „EATapas“ weichen – traurig waren wir darüber aber nicht allzu lange. Denn das spanische Restaurant hat sich als neues Juwel der Gemütlichkeit im Westend entpuppt. Ach, und leckere spanische Appetit-Happen gibt’s natürlich auch.

Um die Entstehung der Tapa – übersetzt „Deckel“ – rankt sich ja bekannter Maßen so manche Legende. Für uns die Greifbarste: immer schön achtgeben auf den lieben Alkohol, also Deckel aufs Glas. Damit der nicht davonfliegt, noch mit ein paar Oliven beschweren. Oder eben mit anderen kulinarischen Toppings je nach Lust und Laune. Die Tapa ist geboren.

© EATapas

© EATapas

Lange gab es die in weiten Teilen Spaniens sogar on top – also gratis – zum Getränk dazu. Aber selbstverständlich nur zum Alkoholischen. Wer lieber Wasser, Saft oder Kaffee trank, musste seine Tapas selbst bezahlen. Die Zeit der kostenlosen Leckereien ist inzwischen leider fast überall abgelaufen. Granada ist die einzige größere Stadt in Spanien, die noch auf diese alte Sitte setzt. Alle anderen haben längst gemerkt: mit den Häppchen lässt sich Kohle machen. Denn was auf den ersten Blick nach einer super günstigen Speisekarte aussieht, läppert sich auf der Rechnung dann doch.

Unbedingt auch die Cocktails probieren! Sind mindestens genau so gut wie die Tapas!

Vor allem, wenn es so mundet und so gesellig zugeht wie im EATapas. In puncto Design haben Lorenz Schlegel und sein Team ins zeitlose Schwarze getroffen. Die Mischung aus dunklen Farben und andalusischen Fliesen an den Wänden, die frischen Pflanzen mitten im Raum verleihen eine einladende, warme und familiäre Atmosphäre!

Die Tapas kommen – wie es sich gehört – in hübschen Tonschälchen daher. Drei Stück pro Person sollen satt machen, sagt die Bedienung. Datteln im Speckmantel (mein all time favorite), Calamari Fritti, Albondigas, Patatas Bravas, Piementos de Padron – was die Klassiker angeht, ist die Karte gut aufgestellt. Aber auch an extravaganteren Kreationen mangelt es nicht. Wildragout mit Preiselbeeren, Sesamhuhn, lauwarmer Octopussalat, Lammkarree mit Chimichurri.

Kleine Portionen und wildes Teilen unter Tischnachbarn ist nicht euer Ding? Kein Problem: Es gibt auch einige handfeste Hauptgerichte wie Rinderlende mit Süßkartoffelstampf oder eine klassische Paella mit Meeresfrüchten. Wer lieber auf Fleisch oder Fisch verzichtet, kommt aber auch voll auf seine Kosten! Gebackener Feta mit getrockneten Tomaten, Zucchini-Röllchen mit Frischkäse oder ein Salat mit Ziegenkäse – die Auswahl ist genau richtig. Und orientiert sich an saisonal Verfügbaren. Danke für unseren ersten Stamm-Spanier!

WIRKLICH KLEINE CHECKLISTE:

  • WANN KOMMEN?

    Immer! Aber vor allem im Sommer erntet das EATapas einen riesen Pluspunkt mit einem Außenbereich gen Süden. Heißt: bis zum Sonnenuntergang (und auch danach) fast wie in Spanien fühlen!

  • PREIS FÜR EIN SCHÄLCHEN OLIVEN?

    Mit 2,90€ startet ihr klassisch in den Tapas-Abend

Fotos EATapas Bar & Restaurant

Hanna Dittmer

Hanna gehört einer selten gewordenen Spezies an: sie ist ein echtes Münchner Kindl. Sie liebt das Klettern, guten Wein und lange Balkon-Abende mit Freunden. Am Wochenende stöbert sie auf Flohmärkten und schlemmt sich durch die Münchner Gastro-Szene.