Closing-Stimmung im MMA

Closing-Stimmung im MMADer ewige Kampf der Subkultur

Dieses Mal scheint es endgültig: Das MMA schließt seine Pforten. Im April soll der populäre Technoclub abgerissen werden, denn dann läuft der Vertrag für die Zwischennutzung aus. Stattdessen soll neuer Wohnraum in der Katharina-von-Bora-Straße geschaffen werden. Den alteingesessenen Ravern gefällt's natürlich herzlich wenig, dass ihnen damit ihr zweites Wohnzimmer genommen wird. Ebenso wenig begeistert vom Bauvorhaben der Stadt sind die MMA-Gründer. Sie sehen einer ganzen Generation "den kreativen Nährboden" entzogen. Wir waren mit dem Team im Kontakt, um zurückzublicken auf fünf Jahre Mixed Munich Arts. Und um euch zu verraten, wann und wie ihr noch einmal in den heiligen Hallen feiern könnt.

Fast alle standen sie schon hinter den Plattentellern im MMA: Ben Klock, Nina Kraviz, Maceo Plex und der Gast jeder Silvestersause: Len Faki. Das MMA ist über die Jahre zum wohl bekanntesten Technoclub der City geworden und einer der absoluten Favoriten, was die Freitag- oder Samstagabendgestaltung des Partyvolks angeht. Nicht nur die guten Acts waren ein Grund für den Clubbesuch, auch gegen die Räumlichkeiten stinken so manch andere Feierlocation in München ab. Ja, der MMA Look ist ziemlich einmalig. Noch. Überall ziehen sich Rohre durch das ehemalige Heizkraftwerk, über eine gigantische Treppe steigt man nahezu majestätisch in die Tiefen der Nacht hinab. 

Es darf nicht der Fehler gemacht werden, Kunst und Kultur gegen Wohnen auszuspielen - beides ist für die Menschen in München essenziell!

Mark Maurer, Mitgründer des MMA

Nicht umsonst wurde das MMA oft mit dem Berghain in Berlin verglichen, das sich ebenfalls in einem alten, entkernten Heizkraftwerk befindet. Rauchschwaden ziehen sich durch die Gänge, in einer Einkerbung in der Wand sitzt ein knutschendes Paar. Flackernder Strobo in der Haupthalle und eine riesige Masse an schwitzenden Menschen, die sich monoton zum wummernden Beat bewegt. Im MMA konnte man sich fallen lassen und für ein paar Stunden in eine andere Welt abtauchen - "wie man es in München nicht an vielen Orten tun kann", mag der ein oder andere an dieser Stelle hinzufügen. 

Doch nicht nur für grandiose Partys ist das MMA bekannt - der Name "Mixed Munich Arts" wurde mehrmals in die Tat umgesetzt. So fanden hier elektronische Musik und avantgardistische Kunst zusammen. Es gab Theateraufführungen, Flohmärkte, Ausstellungen, einen Christkindlmarkt für HipHop Fans und so weiter. Bereits in seinem Eröffnungsjahr wurde das MMA von mehreren Zeitschriften als einer der besten Clubs Deutschland oder sogar der Welt bezeichnet.

Gut, das ist bekanntlich alles Geschmacksache und einigen war das MMA auch einfach irgendwie immer zu anstrengend und zu voll. Fakt ist: es hat und hatte immer seinen ganz eigenen Charme. Und wenn die Freunde mal wieder für ein ganzes Wochenende in den zehn Meter unter der Erde liegenden heiligen Hallen verschwanden, konnte man als Partymensch mit Technoherz die Entscheidung oft gut nachvollziehen... Wenn man nicht eh selber mit darin verschwand. Bis... Klopf! Klopf!... der Montag wieder vor der Tür stand.

Am 14. April soll nun endgültig Schluss sein - die Stadtwerke möchten unmittelbar im Anschluss mit dem Abriss der Gebäude beginnen und die erforderlichen Vorbereitungsmaßnahmen treffen. "Die Stadt muss beginnen zu verstehen, dass ein interessantes kulturelles Leben nicht nur in Form von Zwischennutzungsprojekten zum Nulltarif zu haben ist" kommentiert Mitgründer Mark Maurer. "Dabei darf auch nicht der Fehler gemacht werden, Kunst und Kultur gegen Wohnen auszuspielen - beides ist für die Menschen in München essenziell!"

Einen neuen Ort wird es für das MMA voraussichtlich nicht geben. Und wer die Location kennt, weiß, vor was für einer Aufgabe die drei Betreiber des Clubs wohl gerade stehen.  "Machen wir uns keine Illusionen, eine weitere solch einzigartige Fläche wie das MMA existiert in München nicht mehr. Natürlich arbeiten wir an einer Alternative, wir können allerdings auch nicht zaubern." 

Online-Petition

Das MMA soll bleiben!

Das MMA ist euer allerliebster Lieblingsclub? Dann könntet ihr euch ja dafür einsetzen, dass der Club dort bleibt wo er ist. Raus aus dem Kummer-Modus und straight zur Online-Petition geht's über den Backlink.

Pic's by MMA

Anna Pauels

Anna – unsere Wahlmünchnerin fällt nicht nur durch feuerrote Haare, sondern auch durch mehrere Tattoos und Piercings auf. Sie liebt das Extreme und weiß nicht nur in Sachen Körperkult, wo der Bär steppt - sondern auch, in welchen Münchner Clubs und Bars. Ganz getreu dem Motto: Wer aus der Reihe tanzt hat mehr Platz zum Tanzen.