Café Katzentempel

Café KatzentempelVegane Snacks auf Samtpfoten

Eine Katze müsste man sein - den ganzen Tag faul auf dem Pelz liegen, die Nase in die Sonne recken und vom einen Mittagsschläfchen ins nächste dösen. Wobei... in einem Punkt ist das chillige Katzenleben dann doch irgendwie nicht so verlockend: die vegetarischen und veganen Leckereien, die man im Café Katzentempel in der Türkenstraße serviert bekommt, sind ausschließlich für die Zweibeiner gedacht. Für die flauschigen Vierbeiner gibt es natürlich trotzdem etwas zum Essen - artgerecht versteht sich - und noch mehr Streicheleinheiten. Wenn die feinen Herrschaften denn auch wollen...

Denn im Café Katzentempel nimmt man sein Heißgetränk, Kuchen und/ oder Lunch nicht einmal dann alleine ein, wenn man alleine kommt. Um einen herum streunen immer auch die sechs Damen und Herren des Hauses: Ayla, Gizmo, Jack, Balou, Robin und Saphira. "Sonst ist es ja immer so, dass der Gast der König ist. Bei uns sind das aber ganz klar die Katzen", lacht Thomas Leidner. Er hat das Café zusammen mit Kathrin Karl vor vier Jahren eröffnet. Die Idee: zum Einen der Tierschutz, denn alle Samtpfoten wurden aus Tierheimen oder anderen Notfallsituationen gerettet und haben im Café ein neues Zuhause gefunden. "Zum Anderen geht es uns aber auch darum, hier einen Ort zu schaffen, an dem man vom stressigen Großstadtleben runterkommen kann", erklärt Thomas. Katzen endschleunigen eifach... was man ganz schnell selber nachempfinden kann, wenn man den sechs Bewohnern beim schamlosen Rumchillen zusieht, während man selber in Ruhe an seinem Kaffee nippt.  "Manche würden vielleicht selber gern ein Tier haben. Aber oft ist es ja leider so, dass man in Wohnungen keine Haustiere halten darf. Streicheleinheiten braucht ja trotzdem jeder von uns." Und die holen sich die Gäste dann eben von den Katzen... oder auch anders herum.

Letztlich sind es aber imernoch Katzen - heißt: wenn die mal keinen Bock haben, dann merkt man das sehr schnell. "Das ist der besondere und eigensinnige Charakter der Tiere", sagt Thomas. Und den haben auch die Vierbeiner in seinem Café: Gizmo ist der frechste der Bande, Jack - der dreibeinige Straßenstreuner - ist der verschmuste Charmeur, Ayla die Prinzessin und die Zwillinge Robin und Saphira ganz schöne Diven. Balou - die deutsche Version der Grumpy Cat - liebt es besonders noch spät abends im Fenster zu liegen und Besoffene dabei zu beobachten, wie sie die Türkenstraße entlang torkeln. Wenn die Lichter im Café Katzentempel am Ende des Tages ausgehen, haben die Tiere ihre menschenfreie Zeit. Sie schlafen im Café. "Es ist ihr Wohnzimmer. Und wir sind ihre Gäste." Wenn es gegen Mittag mal wieder so richtig voll wird, und die Vierbeiner keine Lust auf den Trubel haben, können sie sich ganz easy durch die Katzenklappe im hinteren Teil des Cafés zurückziehen. 

Und obwohl sich im Café alles um die knuffigen Tiger dreht, kommen die Gäste absolut nicht zu kurz. Dafür sorgen Thomas, Kathrin und ihr Team zunächst einmal mit einer freundlichen Begrüßung. Zwischen all den Kratzbäumen und Sofakissen bekommt man einen schönen Platz zugewiesen und hat mit Blick auf die Karte die Qual der Wahl - von Kuchen und Torten, über Frühstück,  bis Salate, Sandwiches oder Curry. "Wir machen alles von Hand und mit ganz viel Liebe", betont Thomas. Und weil der Tierschutz im Café Katzentempel nicht bei den Vierbeinern IM Lokal aufhört, sind alle Speisen und Getränke vegan und veggie.

Ein Konzept, das ankommt. Denn außer in München gibt es das Café Katzentempel auch noch in Nürnberg. Wir empfehlen auf jeden Fall das Bruschetta mit dreierlei Aufstrichen - Tomate Paprika, Humus und Baba Ganoush - als kleinen, leichten Mittagssnack. Dazu einen Kaffee, zahlt man nicht einmal 10 Euro. Ohnehin sind die Preise im Katzentempel sehr fair, vor allem wenn man bedenkt, dass hier selbst das Dinkelbrot selbst gebacken ist. Montags bis freitags gibt's zusätzlich Studiangebote bei denen ihr zum Frühstück und zum Mittagessen 10 bzw. 20 Prozent Rabatt auf die Rechnung bekommt. Da kann man es sich schon einmal gutgehen lassen... wie die schnurrenden Tiger, die im Körbchen neben einem liegen. 

Julia Katharina Tomski

Ursprünglich aus dem bodenständigen Nordrhein-Westfalen folgte Julia dem Ruf der Medienstadt München und fand als Feingeist mit Hang zu schönen Dingen, gutem Geschmack und herzerwärmenden Menschen hier ihr Glück und einen Quell an Inspiration. Trotzdem: Im Alltag trägt Julia statt weißem Blüschen und Perlenohrringen lieber zerrissene Jeans und das Herz auf der Zunge. Denn: U can take the girl out of the Pott but U can never take the Pott out of the girl.