Café Joon

Café JoonAvocado Stulle zum Niederknien & Standard mal anders

Gesehen und (hängen)geblieben: Das erste Café, das ich als Neu-Münchenerin getestet habe, ist das Café Joon in der Maxvorstadt. Was ganz besonders hängen geblieben ist: Die unglaublich leckeren Avocado Stullen und dazu „die Bombe“. Ein Apfel-Karotte-Orange-Ingwer-Mix, der einen gleich viel vitaler macht, bereit für das, was der Tag noch so bringen mag. Ob zum ausgedehnten (Kater)Frühstück, zum Kaffee & Kuchen Date mit Freunden oder auf einen Feierabend-Drink – im Joon kann man gut und gerne einige Stunden verweilen. Schon der Gedanke an dieses knusprige Bauernbrot mit Avocado-Creme bestrichen, zwei pochierten Eiern und einem Rucola Topping löst in mir das starke Verlangen aus, mich sofort wieder auf den Weg zum Joon zu machen. Die hausgemachten Pancakes mit Ahornsirup, Nutella oder Puderzucker sind ganz sicher auch ein Versuch wert. Beim nächsten Mal dann.

Herzlich begrüßt werden wir von Noemi, der Betriebsleiterin, und erhalten das Rundum-Sorglos-Paket. Im Juni dieses Jahres feiert das Café Joon Dreijähriges und sie ist fast von Anfang an mit dabei. Das kleine Team um die zwei Gründer verfolgt ein simples aber erfolgreiches Konzept: Standard(gerichte) mal anders. Und das gilt für Coffee, Food & Bar. Die Avocado Stulle ist einer der Dauerbrenner. Aber auch der Joon Salat mit Tuna, Schaf, Tomaten und Körnern. Es klingt so einfach. Aber es ist trotzdem außergewöhnlich und nicht alltäglich. Oder die Pasta Arrabbiata mit Kapern, Chili, Tomatensugo und frischer Petersilie. Noemi erzählt mir, dass viele Gäste nur für die Pasta kommen. Und sie kommen immer wieder. Das Publikum ist bunt gemischt – von Studenten (praktisch wegen der Uni Nähe), Familien, Singles bis hin zu Ehepaaren, die für ihr tägliches Lunch oder Dinner vorbeikommen. Viele von ihnen sind Stammgäste. Mit gutem Recht!

Mittags können Gäste auf der wechselnden Mittagskarte wählen zwischen Daily I - IV. Zusätzlich die bekannte Auswahl an Pasta und Salaten. Für die Durstigen gibt es Homemade Lemonade, die Joon Juices, Tonic Water (Indian oder Mediterran) und vieles mehr. Von Kaffee, Cappuccino & Co. brauch ich gar nicht zu sprechen: Gute Qualität ist hier selbstverständlich. Zum Kaffee einen selbstgemachten Käsekuchen oder Schokokuchen, von dem selbst Noemi nach wie vor schwärmt. Und es geht noch weiter: Abends können sich die Gäste ihren individuellen Salat an der Salatbar zusammenstellen lassen.

Das Joon ist eben ein echter Allrounder mit charmanten Specials. Wenn‘s nach mir geht, ist das fantastische Frühstück aber schon fast unschlagbar. Und somit zurück zu uns: Neben den Avocado Stullen bestellten wir noch das Sandwich Parma (Parmaschinken, Mozzarella, Rucola und Honey Mustard). Auch super lecker. Spätestens jetzt hätte ich auf die Idee kommen können, dass die Küche italienisch angehaucht ist. Und tatsächlich: Die drei Köche sind Italiener. Im Nachhinein ist der italienische Einfluss natürlich sichtbar: Die Pasta-Gerichte! Und die muss ich beim nächsten Besuch unbedingt probieren. Ein letzter (wichtiger) Hinweis zum Frühstück: Am Wochenende ist langes Frühstück (bis 16 Uhr) möglich.

Vor lauter Leckereien habe ich die Umgebung fast vergessen. Aber nur fast. Denn die lässige und zugleich stylische Einrichtung, die Hintergrundsounds und der zuvorkommende Service schaffen eine lockere Wohlfühlatmosphäre. Ein Eyecatcher ist das riesige beleuchtete Bild, das die Wand zwischen Bar und Tür schmückt. Das etwas eigensinnige Kunstwerk ist von einem Künstler kreiert, der seine Galerie ehemals im Innenhof des Gebäudes hatte. Es zeigt einen Mann, der eine Puppe Mund zu Mund beatmet. Abgeschlossen wird es mit den Worten „Study every day“. Auf jeden Fall ein Bild, das zum Interpretieren anregt und wie ich finde sehr gut ins Joon passt. Genauso wie das Bild waren auch die Holzdielen an der gegenüberliegenden Wand bereits vor offizieller Eröffnung des Joons vorhanden und wurden sehr passend und bedacht ins übrige Design integriert. Sie verleihen nochmal mehr eine gewisse Gemütlichkeit. Im Frühling und Sommer laden ein paar kleine Tische zum Verweilen an der frischen Luft ein. Die Fensterfront kann bei warmen Temperaturen (hoffentlich bald!) geöffnet werden.

Mein Fazit: Ein sehr gelungenes Frühstück in Wohnzimmer-Atmosphäre mit Lust auf mehr! Noemi jedenfalls weiß, warum sie hier arbeitet: „Nach mehr als 2 Jahren esse ich nach wie vor fast jeden Tag hier. Ich werde es nicht leid. Ganz im Gegenteil, es ist jedes Mal aufs Neue lecker! Wann isst man sonst mal Trüffelcreme? Eigentlich gar nicht. Und deswegen liebe ich die speziellen Pasta-Gerichte. So wie die Pasta Tartufo mit Trüffelcremesauce, Tomaten und frischem Schnittlauch“. Die Devise ist also: Einfach aber dennoch speziell.

Achja...

Für alldiejenigen, die keine Zeit haben, sich für ein, zwei Stündchen im Joon niederzulassen, gibt es Salate, Pasta & Co. auch To Go.

Lena Weber

Jede Frau ist für gutes Essen anfällig. Das hat Casanova schon damals erkannt. Und es trifft bei Lena zu 100 Prozent zu. Wenn es ums Schlemmen und Schnabulieren geht, ist sie immer mit von der Partie. Mehr als 5 Jahre Mannheim und die Nähe zur Pfalz haben sie geprägt – vor allem die Vorliebe für Wein. Als Neumünchenerin ist Lena nun neugierig darauf, die Gastrowelt der Biermetropole zu entdecken.