Biergartenguide #2

Biergartenguide #2Die drei Hidden Champions

Größe ist nicht alles, kleiner Peter. Das gilt auch - oder erst Recht - für Biergärten. Ohne Frage sollte man die Münchner Biergartengiganten als echter Fan kennen. Aber heute geht's uns um die Wohnzimmer-Atmosphäre, die ein guter Biergarten auch ausstrahlen kann.

So wie jeder Bergsteiger weiß, dass es 14 Achttausender gibt, weiß jeder Biergartler, dass es in München 22 Eintausender gibt. Also eine Menge an zu besteigender Bierkultur. Wer sich aber nur dem Rausch der Größe hingibt, verliert vielleicht das Gemütliche, Heimische und Familiäre aus den Augen. Damit das nicht passiert, haben wir für euch 3 Hidden Champions der Bierbank rausgesucht. Die Reihenfolge ist alphabetisch, denn wir lieben sie „alle 3 zusammen“.

Max Emanuel Biergarten

Der Max-E ist eine wahre versteckte Perle mitten im Studentenviertel. Da die unterschiedlichsten Uni-Einrichtungen in unmittelbarer Nähe sind, ist die mittlere Studentendichte immer sehr hoch. Ein (128 Jahre) alter Biergarten mit sehr jungem Klientel also und entsprechend offener Atmosphäre. Auch wenn es hier doch immerhin 750 Plätze gibt, wirkt der Biergarten wesentlich kleiner und familiärer. Am Tage sorgen die riesigen Kastanien für perfekten kühlen Schatten und bei eintretender Dunkelheit erzeugen selbige ein heimisches Höhlengefühl. Warmlichtige Lampions erzeugen dazu eine chillige Stimmung wie im elterlichen Partykeller. Auch hier darf natürlich die Self-Service-Area nicht fehlen. Allerdings solltet ihr wissen, dass euer Weg zum Bier nur über zwei Schlangen zu erreichen ist. Erst an der Kasse anstellen und dann mit dem Bon zum Zapfhahn! Bei umgekehrter Reihenfolge verschwendet ihr Zeit und gute Laune.

Paulaner Bräuhaus am Kapuziner Platz

Den meisten Leuten ist das Paulaner wohl schon durch das auffällig schöne, weil renovierte, Innenleben aufgefallen. Dabei darf nicht vergessen werden, dass es hier auch einen schönen Biergarten im Hinterhof gibt. Besonders zu empfehlen ist die tägliche Mittagsaktion, bei der es immer wechselnde Menus gibt. Preislich starten die bei 6,50€, womit das Paulaner Bräuhaus hier sogar überraschend günstig ist. Auch hier gilt: klein aber fein. Gemütlich werdet ihr auch die Besonderheit empfinden, dass aus keinem Winkel des Biergartens alles zu überblicken ist. Leicht verwinkelt geschnitten, lockt einen der Innenhof auf Erkundungstour. Der Reiz liegt halt im Verborgenen. Und immer schön daran denken, dass Paulaner halt nicht immer DER Paulaner Biergarten sein muss. Also rennt's jetz ned glei auf den Nockerberg!

Olympia Alm Biergarten

Das Schönste an den Bergwanderungen sind doch ihre Almen und die entsprechende Möglichkeit zur Einkehr. Gleiches gilt natürlich auch für den höchsten Berg Münchens. Bei seiner relativen Höhe von 60 Metern braucht es natürlich eine standesgemäße Einkehrmöglichkeit. Gott sei Dank gibt es die Olympia-Alm. In Ihrem naturnahen Ambiente, kann man je nach Sitzplatz und Blickwinkel tatsächlich den Eindruck gewinnen, sich auf einer Alpentour zu befinden. Und das mitten in der Stadt. Ursprünglich war dieser höchstgelegenste Biergarten der Stadt nur ein Kiosk zur Bewirtung der Erbauer des Olympiaparks. Es blieb den Münchnern aber natürlich nicht lange verborgen, dass hier ein genialer Ort der Entspannung entstanden war. Zack, ein neuer Biertempel war geboren. Ein absoluter Geheimtipp - bis heute.

Bier ist gut sagt der Arzt!

Biergärten sind wie die eigenen Kinder. Man hat alle gleich lieb. Keiner darf bevorzugt werden. Insofern ist unsere Aufzählung nicht chronologisch zu sehen und wir empfehlen euch alle Gärten gleichermaßen. Schnell auskundschaften bevor der Sommer vorbei ist!

Pics by Frank Achim Schmidt & Max Bublak.

Oliver Rothstein

Olli ist eine gebürtig rheinische Frohnatur, wurde aber um ein Haar in München geboren. Keiner ist perfekt. Die Stadt erkundet er ausschließlich zu Rad, so entgeht ihm kein versteckter Winkel. Er liebt die Seen, die Berge aber vor allem den Stadtdschungel.