Benefizkonzert zugunsten der Bahnhofsmission Stimmen der Solidarität

Jan Patoč, tschechoslowakischer Philosoph des 20. Jahrhunderts, fasste einmal unser menschliches Dasein in Worte: “Das Interessanteste an unserer Verantwortung ist, dass wir sie überall mit uns herumtragen.” Diese schlauen Gedanken lesen sich theoretisch einfach, wie sieht es in der Praxis aus? Wie viel Verantwortung übernehmen wir für Natur, Gesellschaft, Familie, Freunde und uns Selbst? Wie viel Verantwortung bleibt uns in der corona-bedingten Krise? Eine ganze Menge – geht es nach hellen Sternen der Münchner Musikszene. Hundling, Jamaram, Raggabund, Alex Cumflé, Zwoa Bier und weitere lokale Künstler:innen versammelten sich vereinzelt in vereinigter Mannschaft vor den digitalen Bildschirmen und füllten die Räume der Bahnhofsmission am Gleis 11 mit wunderbaren Klängen und ihren glaubhaft-schönen Stimmen. Ihre Antwort: Musik. Ihre Aktion: Benefizkonzert. Ihre Botschaft: Zusammenhalt.

Da, zu jeder Tages- und Nachtzeit: Die fleißigen Helfer:innen der Bahnhofsmission am Münchner Hauptbahnhof.

Die Bahnhofsmission – ein Ort des Geben und Nehmens

Tag und Nacht tummeln sich die unterschiedlichsten Menschentypen am Hauptbahnhof. Zwischen Ankunft und Abfahrt, Abschiedskuss und Wiedersehensfreude und dem Tonspiel aus Schienenschleifen und Trolleirollen, empfangen an Gleis 11 rund 165 Mitarbeiter:innen aus sozialen und ehrenamtlichen Institutionen hilfesuchende Menschen. Die Räumlichkeiten Mitten am Hauptbahnhof München bieten Platz zum Entspannen, Aufwärmen und Kräfte tanken sowie berät das Team aus Helfer:innen der evangelischen und katholischen Kirche bei Anliegen rund um Wohnen, Arbeit und Gesundheit. Die Türen der Bahnhofsmission sind 24 Stunden, 7 Tage die Woche und das gesamte Jahr über geöffnet und kostenlos für alle Menschen zugänglich. So generiert die Einrichtung, die von der Deutschen Bahn Stiftung und der Deutschen Bahn Unterstützung erhält, Aufgeschlossenheit und Unabhängigkeit. Besonders in heutigen Zeiten, die von vielerlei gesellschaftlichen Verzichten geprägt sind, suchen viele Individuen (allen voran jene, die obdachlos leben) eine helfende Hand. Die Bahnhofsmission versorgt, berät und vermittelt gerne – und baut immerhin auf das Engagement 330 unterstützender Hände.

Musik als Verbindungsglied – „Wofür singst du eigentlich?“

Nun die Frage: Warum genau die Bahnhofsmission? Als sozialer Sammelpunkt und Anlaufstelle für vielerlei Notlagen, stellt das Gleis 11 im übertragenen Sinn einen Ort der Gemeinschaft dar. Einen Ort, an dem jede/r die Hilfe bekommt, die er/sie sich wünscht und braucht. Die Einrichtung ist somit eine Antwort auf ein soziales und ökonomisches System, das – wir sagen es mal so – auch seine Lücken hat. Möglicherweise fühlen sich Künstler:innen momentan auch vom Staat hängen gelassen; wissend, dass es immernoch Menschen gibt, die auf keine Rücklagen, Ersparnisse oder familiäre Unterstützung greifen können. Eben solchen Gesichtern wollen Hundling, Jamaram, Raggabund & Co. einen Moment der Heiterkeit und Freude schenken – mit ihrer Musik. Denn die ist ihre Leidenschaft, ihr Geschenk, welches sie in diese Welt tragen und mit dem sie uns an unsere vereinigte Brüder- und Schwesternschaft erinnern. Sie machen es, weil sie es lieben. So einfach ist es. Antwort punkt.

Unterstützung Bahnhofsmission Ihr wollt spenden?

Mit dem Vermerk „Wofür – Gegen den Coronablues“ könnt ihr die Bahnhofsmission finanziell unter die Arme greifen.

Evangelische Bahnhofsmission
HypoVereinsbank, IBAN: DE30 7002 0270 6540 3281 00 // BIC: HYVEDEMMXXX

Katholische Bahnhofsmission
LIGA Bank, IBAN: DE09 7509 0300 0002 1689 79 // BIC: GENODEF1M05

Eine ausführliche Beschreibung des Schaffens und Wirkens der Einrichtung am Gleis 11 erfährt ihr im Artikel „Wenn das Leben aus der Spur gerät“.

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