BABUNI Pierogeria & Café

BABUNI Pierogeria & CaféMaultaschen und Tortellini können einpacken!

Wir lieben die französische Küche, fahren gern zu unseren Nachbarn nach Österreich für 'nen Kaiserschmarrn, schlemmen holländische Pommes oder leckere schweiter Schoki. Und zwar suuuuper gern! Doch ein paar andere Länder werden dabei ganz außer Acht gelassen. Habt ihr gewusst, was zum Beispiel unser Nachbar Polen kulinarisch echt viel zu bieten hat?! Die landestypische Küche ist aber leider nicht so verbreitet. Um genau zu sein gibt's in München genau ein Restaurant, das sie anbietet: Das BABUNI in der Landsbergerstraße. Wir wollten wissen, was man in Polen eigentlich so isst. Und eins vorweg: Deutsche Maultaschen und italienische Tortellini können sich mal ziemlich warm anziehen! Die polnische Konkurrenz kann nämlich was...

Kinga Belza hatte schon lange den Traum von einem eigenen, kleinen Laden oder Café. Ende letzten Jahres traf die studierte Psychologin dann die mutige Entscheidung: „Irgendwie war es an der Zeit, einfach etwas anderes zu machen. Also habe ich meinen Agenturjob gekündigt ohne einen konkreten Plan zu haben“. Schnell wurde die Idee aber doch konkret: Pierogi sollten es sein. Wer schon einmal in Polen war, kennt sie: Die kleinen, deftig gefüllten Nudeltaschen. Im Wasserbad gekocht oder scharf in der Pfanne angebraten sind sie das perfekte Essen bei den herbstlichen Temperaturen draußen. Außerdem verbindet die in Krakau geborene Kinga auch ein Stück Heimat mit ihnen. „Das sind halt einfach meine Wurzeln und gutes Essen lag mir auch schon immer am Herzen.“ Anfang Dezember eröffnete sie schließlich das BABUNI - Pierogeria & Café. Derzeit ist sie damit die einzige in ganz München, die polnische Küche in ihrem Restaurant anbietet. 

Pierogi sind für mich halt einfach meine Wurzeln und gutes Essen lag mir auch schon immer am Herzen.

Kinga Belza, Inhaberin des BABUNI

Dabei sind die Pierogi ganz ähnlich zu unseren deutschen Maultaschen oder den italienischen Ravioli. „Ganz klassisch waren Pierogi damals ein Essen für arme Leute. Man hat einfach Mehl und Wasser angerührt, Teig daraus gemacht und sie mit Kartoffeln und Frischkäse gefüllt“. Der Inhalt also klassisch, mit einfachen und günstigen Dingen, die man eben immer Zuhause hat. Die Fleischfüllung kam bei Kingas Familie dann oft vom Sonntagssüppchen. „Man hat alles kleingehackt und die nächsten Tage die Fleischpierogi damit gefüllt.“ 

Heute gibt es natürlich moderne Varianten. Dabei versucht sich Kinga auch an regionalen und saisonalen Zutaten zu orientieren. Wir probieren zum Beispiel die Pierogi mit Kürbis-Erbse-Minz-Füllung. Ein Träumchen - ohne zu übertreiben! Passend zur Pilzzeit gibt es auch eine Variante mit Pififferlingsfüllung - herrlich deftig und gut gewürzt präsentiert sich der Klassiker dann auf dem Teller. Und Apropos Klassiker: die ganz traditionellen Pierogi mit Kartoffel- oder Fleischfüllung bekommt ihr im BABUNI selbstverständlich auch. Das Rezept des Bigos - einem krautigen Fleischeintopf, ähnlich dem Szegediner Gulasch, stammt übrigens von Kingas Vater, der schon oft selber in dem kleinen Laden am Herd stand. Und wer einer zuckersüßen Versuchung nicht Wiederstehen kann, für den gibt es die Piergogi auch in der sweeten Variante - mit einer Pflaumenfüllung und einer Vanille-Mohn-Sauce drüber. Die polnische Nudeltasche ist eben ein echtes Allround-Talent.

Smacznego!

Food-Wissen für den polnischen Städtetrip

Bei den Polen gehört ein zweites Frühstück einfach mit dazu. Angesichts der schier endlosen Auswahl herzhafter und raffinierter Köstlichkeiten auch kein Wunder! Die Küche ist für ihre deftigen Gerichte bekannt. Ob Piroggen, Bigos, Borschtsch oder die legendären Räucher- und Grillwürste aus Krakau. Mit einem herzhaften zweiten Frühstück mit geräuchertem Hartkäse aus der Tatra, Stettiner Pastetchen oder herzhaften Wurstwaren ist man perfekt vorbereitet auf eine spannende Sightseeingtour in einer polnischen Metropole.

Noch als Kinga ein kleines Kind war, flüchtete ihre Familie mit ihr von Polen nach München. „Irgendwann mal hatten meine Eltern den Plan in die USA auszuwandern. Doch das hat sich dann ziemlich schnell zerschlagen, als wir hier in Deutschland Fuß gefasst haben“. Und schließlich sei man hier in Deutschland ja doch noch ein bisschen näher dran an der ursprünglichen Heimat.

Wenn ich mir das vorgestellt hätte, dass meine Tochter hier mal Pierogi und polnische Gerichte verkauft, das hätte ich niemals geglaubt!

Mutter von Kinga Belza, Inhaberin des BABUNI

"Meine Mutter meinte vor kurzem zu mir: Wenn ich mir das vorgestellt hätte, dass meine Tochter hier mal Pierogi und polnische Gerichte verkauft, das hätte ich niemals geglaubt!“. Na dann sind wir aber froh, liebe Frau Mama, dass Kinga ihren Weg so eingeschlagen hat. Sonst wären wir nie in den Geschmack dieser osteuropäischen Köstlichkeiten gekommen. Wir finden: Allein deswegen und wegen seiner Einzigartigkeit hier in München ist das BABUNI definitiv nicht nur einen, sondern mehrere Besuche wert.

Pics by Miles Plahuta, Anna Pauels & Kinga Belza

Anna Pauels

Anna – unsere Wahlmünchnerin fällt nicht nur durch feuerrote Haare, sondern auch durch mehrere Tattoos und Piercings auf. Sie liebt das Extreme und weiß nicht nur in Sachen Körperkult, wo der Bär steppt - sondern auch, in welchen Münchner Clubs und Bars. Ganz getreu dem Motto: Wer aus der Reihe tanzt hat mehr Platz zum Tanzen.