Augen zu und Atmen

Augen zu und AtmenSelbsttest IKYA Meditation

Montag, 20:00 Uhr, München Glockenbachviertel. Ich bin umgeben von strahlenden After-Workern, die sich mit einem Feierabendumtrunk auf den Weg zum Gärtnerplatz machen, um den ersten Arbeitstag der Woche ausklingen zu lassen. Genialer Plan, wo ist mein Glas? Würde ich an normalen Tagen rufen. Heute jedoch lasse ich die feierwütige Gesellschaft hinter mir und mache mich auf den Weg zu einem etwas anderen Start in die Woche. Einem, der mich den Tag besinnlich anstelle von betüdelt beenden lässt. Mein Ziel: der Lichthof, wo ich heute meine erste IKYA Meditation erlebe.

Wäre ich vor meinem Besuch im Lichthof in München gefragt worden, was ich mir unter Meditieren vorstelle, hätte ich mit großer Wahrscheinlichkeit von schweigenden Menschen berichtet, die in einem Kreis sitzen und über ihr Leben nachdenken. Vielleicht hätte ich noch von Gedankenreisen erzählt. Auch Entspannungsmusik wäre bestimmt in meiner Beschreibung vorgekommen. Doch damit wäre ich mit meinem Latein bereits am Ende. Dass Meditation soviel mehr bedeuten kann, als das klassische Sitzen-Denken-Atmen, möchte Sandra Nicole Pfaller mit der IKYA Meditation zeigen. Als erste zertifizierte Trainerin für Deutschland, Österreich und Schweiz ist sie eine absolute Expertin in diesem Metier – und damit die perfekte Lehrerin für meine ersten Meditationsversuche. Ihr Motto: Das Leben ist geil. Na, wenn das kein vielversprechender Start in den entspannten Feierabend ist.

Die IKYA Meditation findet in einem versteckten Örtchen namens Lichthof in der Baaderstraße statt. Versteckt bedeutet: Um ans Ziel zu gelangen, muss ich nicht einen, sondern gleich zwei Hinterhöfe passieren – und dann noch eine Wendeltreppe hinab spazieren. Die Location, in der ich mich am Ende des Weges wiederfinde ist die Reise jedoch allemal wert. Der Lichthof entpuppt sich als super süße Oase im Grünen. Vom Gärtnerplatztrubel fehlt jede Spur. Ich trete ein in die heiligen Hallen des Meditationszentrums und fühle mich zunächst etwas verloren. Eine Anmeldung oder Ähnliches gibt es nicht. Anstelle dessen heißen mich die Teilnehmerinnen, die zum Großteil Stammkunden im Lotuslicht sind, gleich herzlich willkommen. In München, wo bei Freizeitaktivitäten eher die Anonymität bevorzugt wird, ist dies durchaus eine seltene Erfahrung. Im Meditationsraum nimmt mich auch die Inhaberin herzlich in Empfang. Und dann kann es auch endlich losgehen.

Bevor wir mit der ersten Übung starten, führt Sandra uns in die Besonderheit der IKYA Meditation ein. Die Technik sei eine moderne Form der Meditation, die uns in unseren Körper, in unser Leben und in den Augenblick bringen soll. Sie sei lustig, spannend, herausfordernd und hin und wieder sogar sexy. Die Übungen seien sowohl dynamisch als auch ruhig. Das Ziel sei es, Blockaden in unserem Denken, Fühlen und Sein durch Bewegung, Atmung und Licht zu lösen. Was das bedeutet? Ich habe keinen blassen Schimmer. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Als Urban Sports Club Mitglied habe ich viermal im Monat die Gelegenheit zur aktiven Tiefenentspannung in der wohl einzigen grünen Oase im Glockenbachviertel. Was habe ich also zu verlieren? Und so lasse ich mich ganz unvoreingenommen auf das Experiment IKYA Meditation ein. Die Devise lautet: Augen zu und atmen.

Wir beginnen die Stunde mit meiner Detox-Atmung, die meine Bauchmuskeln zum Leben erweckt und meine Arme all den Stress des Alltags von mir wegschieben lässt. Ein Mantra kommt auch noch mit dazu: ein langes, intensives „S“. Da ich große Freude am Stressabbau habe, wird dieses im Kopf gleichmal zu meinem Unwort des Jahres verlängert. Ob ich die Übung tatsächlich als Detox bezeichnen würde, wage ich zu bezweifeln. Aber auf unerklärliche Weise fühle ich mich nach der Atemübung irgendwie tatsächlich erleichtert. Meine Neugier ist geweckt! Die zweite Übung dreht sich um unser inneres Licht. Während unsere Gliedmaßen mit Yoga Posen beschäftigt sind, sollen wir unsere Gedanken ganz fest auf einen mysteriösen Lichtball in unserem Inneren lenken und so unsere Energie bündeln. Sandra leitet uns dabei mit ihrer sanften Märchenerzähler-Stimme an.

Wir bringen unseren Lichtball so richtig ins Rollen. Sobald dieser seinen Dienst getan hat, kommt die Lichtsäule ins Spiel. Wir machen zunächst mit ihr Bekanntschaft und lassen sie anschließend einmal quer durch unseren Körper wandern. Ein, zwei Atemzüge später ist auch dieses Licht erloschen – und wir wechseln die Perspektive. Von der stehenden gleiten wir in die sitzende Position, in der wir einige Minuten verharren, um die Meditation mit vielen Gedankenanstößen ausklingen zu lassen. So verrückt die Praxis auch klingen mag, so fasziniert bin ich im Rückblick von der Stunde. Auch wenn ich währenddessen relativ wenig mit den mir gänzlich unbekannten Übungen anfangen konnte, fühle ich mich im Anschluss irgendwie befreit; empfinde auf eine sehr angenehme Weise ein Gefühl des Loslassens.

Wer nun denkt „Jetzt dreht sie komplett am Rad“, der sollte schleunigst seine Vorurteile über Bord werfen und Sandra bei einer IKYA Stunde Gesellschaft leisten. Auch ich war vor der Stunde höchst skeptisch. Doch nach meinem Selbstversuch bin ich überzeugt: Die eine Stunde, die wir ganz für uns reservieren, kann durchaus hilfreich sein, um Ordnung ins Kopfchaos zu bringen, nervtötende Überlegungen abzuschließen und diesen einen Gedanken endlich loslassen zu können.

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Johanna Böllmann

Espresso Shot in einer Person“– treffender kann man Johanna nicht beschreiben. Gleich nach dem Abi kletterte die gebürtige Nördlingerin aus dem beschaulichen Rieskrater, um zu sehen, was die weite Welt zu bieten hat. In Venedig gab’s den besten Spritz, in New York neue Lifestyle-Trends, in London die Highlights der Gastro-Szene. Nun ist Johanna zurück in ihrer Lieblingsstadt München, um die Fühler nach Geheimtipps im Bereich Food und Lifestyle auszustrecken.