Alles für die Tonne?

Alles für die Tonne?Nope, dank Foodsharing Made in Minga!

Das neue Jahr ist bereits voll im Gange. Die meisten guten Vorsätze haben sich höchstwahrscheinlich, schon mit dem Alkoholdunst der Silvesterparty-Nachwirkungen, wieder verflüchtigt. Aber Stop! Nach einem Weihnachtsmonat in Fülle und Überfluss wurden nicht nur unsere Mägen, sondern auch unsere Mülltonnen auf eine harte Probe gestellt. Die Lebensmittelretter der Foodsharing München e.V. wollen sich eben genau diesem Problem annehmen und engagieren sich gegen Lebensmittelverschwendung.  Denn es fällt uns allen leider noch viel zu leicht Essen einfach wegzuschmeißen.

Genau genommen: 168 TONNEN! Lebensmittel die jeden Tag - allein bei uns in München - einfach im Müll landen. Ein Großteil resultiert unter anderem aus unserem Einkaufsverhalten. Wir erwarten, dass die Supermarktregale rund um die Uhr, an allen Tagen der Woche üppig gefüllt sind. Doch grade nach Ladenschluss vor dem Wochenende oder zu Feiertagen, bedeutet das für viele Supermarktbetreiber: Volle Mülltonnen. Und hier landen nicht etwa nur verdorbene Lebensmittel. Denn Dank unserer Phobie vorm Mindesthaltbarkeitsdatum und dem Schönheitsideal für Gurke, Salat und Co., finden allerlei Lebensmittel, die noch vollkommen genießbar wären, ihren Weg in die Tonne statt auf den Teller.

Kommt Zeit, kommt Müll, doch Müll kommt schneller.

Dr. Manfred Hinrich, deutscher Philosoph.

Dieser Lebensmittelverschwendung entgegen zu wirken und ungewollte und überproduzierte Ware vor dem Mülleimer zu retten, haben sich die Lebensmittelretter vom Verband Foodsharing München e.V. zur Mission gemacht. Sie sind der allererste offiziell geführte Foodsharing-Verein in Deutschland und feierten im Dezember bereits fünfjähriges Bestehen. Mittlerweile sind es knapp 400 Leute, die den Verein unterstützen, aber vor allem auch Kistenweise überproduzierte Lebensmittel bekommen und verteilen. Und das Ganze ist für alle Mitglieder völlig kostenlos!

Aber was macht man beim Foodsharing eigentlich genau? Als Mitglied hat man die Möglichkeit sich bei Supermärkten und Restaurants für Lebensmittelüberstände über die Foodsharing-Website zu bewerben und diese dann selbst zu verwerten oder an Freunde zu verteilen. Man holt sie einfach, meistens nach Ladenschluss, selbst bei den Betrieben ab. Was letztendlich in den Kisten ist, bleibt immer völlig offen. Vom Apfel bis zum Schnitzel. Eben all das, was am nächsten Tag sonst nicht mehr verkauft werden dürfte. Vegetarier und Veganer verteilen im Ernstfall dann einfach weiter an ihre omnivoren Freunde. 😉 

Aber auch Essen loswerden kannst du bei den Foodsharern. Ob vor'm Urlaub, oder wenn die Augen im Laden mal wieder größer waren als der Magen. Deine angemeldeten Überstände werden einfach noch am gleichen Tag bei dir Zuhause abgeholt, anstatt im Kühlschrank irgendwann trostlos zu verschimmeln. Mitmachen ist kinderleicht! Einfach auf der Website des Bundesverbands der Foodsharer anmelden und schon kann es losgehen. Aber keine Sorge, bei den ersten drei Abholungen ist trotzdem immer ein erfahrener Foodsharer mit dabei. Danach bekommst du einen offiziellen Ausweis und darfst auch den Tante-Emma Laden um die Ecke, oder deinen Lieblingsitaliener ansprechen und zum Mitmachen bewegen. Auch die werden sich wundern, wie viel am Schluss sonst in ihrem Müll gelandet wäre.

Willst auch du etwas gegen das unsinnige Verschwenden von wertvoller Nahrung tun? Mit diesen 3 simplen Schritten kannst du schon eine Menge bewirken:

  1. Einkaufsliste schreiben. Klingt banal, ist aber unheimlich effektiv. Wenn du schonmal hungrig in einen Supermarkt gesteuert bist, weißt du was gemeint ist... Mit ’nem Plan an der Hand hast du dir schon vorher Gedanken über deinen Konsum gemacht. Das schont nicht nur deinen Geldbeutel, sondern vor allem auch deine Mülltonne.
  2. Wegwerftagebuch führen. Wenn wir schon beim wegschmeissen sind, dann fang doch am Besten gleich damit an, alles Essen was den Weg in deinen Mülleimer findet, in eine Liste einzutragen. Ob das Abendessen von gestern, oder den verschimmelten Joghurt aus der letzten Kühlschrankecke. Das macht einem mal schwarz auf weiß bewusst, wie viel eben am Ende doch in der Tonne landet.
  3. Teller statt Tonne. Viel zu viele Lebensmittel landen letztendlich im Müll, obwohl sie noch absolut genießbar gewesen wären. Schuld daran ist vor allem auch, dass wir Essen größtenteils nur noch nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum bewerten. Das - wie der Name schon sagt - aber lediglich die Untergrenze der Haltbarkeit beziffert. Bevor du also das nächste Mal wieder einfach was in die Tonne schmeißt, schau es dir ganz genau an und probiere. Vielleicht ist es ja längst noch gut genug, um doch auf deinem Teller zu landen.

Schüler/innen & Eltern aufgepasst!

Gemeinsam mit deiner Schulklasse und den Lehrern, kannst du dich einfach bei der Foodsharing München e.V. bewerben. Die Lebensmittelretter kommen persönlich, mit 'ner Kiste voller frischer Lebensmittel unterm Arm, bei euch in der Schule vorbei. Nebenbei gibt's nicht nur was zu lernen - sondern viel zu naschen! 

Miles Köhler

Miles - mit dem Herz auf der Zunge und dem Bass im Ohr, tanzt sich unser ehemaliges Hauptstadtkind munter durch Münchens Elektroclubs. Von Kopf bis Fuß in schwarz - aber mit 'ner großen Portion Konfetti, bitte! Auf der Suche nach dem kleinen Hauch Berliner Luft im Augustinerland und dem Tofu-Steak im Weißwurst-Heaven.