7 unkonventionelle Geheimtipps für die Suche aller Suchen Wohnungswahnsinn in München

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Eine Menschentraube, keiner spricht, keiner lacht. Die Stimmung ist angespannt. Die ausgetauschten Blicke sind argwöhnisch. Nein, es handelt sich hier weder um ein Bewerbungsgespräch, noch um die Vorrunde für die neue TV-Casting-Show. Es geht um eine ganz normale Wohnungsbesichtigung. Hier hört der Spaß in München bekanntlich auf. Denn entweder man ist Großerbe oder Single mit dickem Geldbeutel – alle anderen müssen sich auf einen harten Konkurrenzkampf einlassen, der auch dem geduldigsten Menschenfreund unter uns die Sorgenfalte auf die Stirn treibt. Chancengleichheit ist auf dem Wohnungsmarkt meist ein Fremdwort. Wie wäre es also mal mit einem Losverfahren oder einem Blind-Casting?! Wir haben uns an die Recherche gemacht und sind dabei auf ein paar etwas „andere“ Ansätze gestoßen, wie man die Suche nach den neuen vier Wänden angehen kann. Denn ganz ehrlich: Nach der zwanzigsten Massenbesichtigung kann einen die Hoffnung durchaus mal verlassen…

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Schwarzes Brett & Co.

Online kann jeder – offline guckt keiner…

Im Studentenleben fängt es an – das ewige Scrollen durch WG-Seiten. Beim Berufsstart geht es oft nahtlos weiter. Man freut sich auf seine ersten eigenen vier Wände und landet wo? In den unendlichen Weiten der Online-Immobilien-Portale. Die Erfolgsrate ist extrem gering und der Spaßfaktor geht gegen null. Wagt euch mal wieder in die analoge Welt, während alle ihr Frustrations-Level vor dem Bildschirm ins Unendliche steigern. Denn es gibt sie noch – die Menschen, die Inserate in Tageszeitungen aufgeben. Gerade die Generation unter den Hausbesitzer*innen, die ohne Internet sozialisiert wurde. Und auch euer kreatives Gesuch könnte – abgedruckt in der Zeitung – euer Leben verändern. Wer den Printmedien allerdings schon ade gesagt hat, der kann sich an den schwarzen Brettern dieser Stadt austoben. Auch die gibt es noch: In Supermärkten, beim Bäcker, im Café. Oder ihr entwerft einen Steckbrief – à la Wild Wild West und verteilt ihn an den Ampeln dieser Stadt. Denn wir alle wissen, der Wohnungsmarkt ist mindestens so gnadenlos wie ein Knarrenduell.

Pin it! An die schwarzen Bretter dieser Stadt: im Café, im Supermarkt, beim Bäcker, in Bürokomplexen.

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Großstadt-Utopie Genossenschaft

Es gibt sie doch!

Weitere Informationen

Du kennst wen, der wen kennt, der in einer sog. Genossenschaft wohnt? Die bestehenden Wohnungsgenossenschaften sind ausgelastet. Sie nehmen niemanden mehr auf, und wenn überhaupt nur enge Verwandte, von bereits bestehenden Mitgliedern. ABER: Genossenschaften entstehen nicht einfach aus dem Nichts. Sie werden gegründet. Zumeist von Menschen, die wissen, dass sie gemeinsam mehr Ressourcen und mehr Kraft haben, als alleine. Zusammen kehren sie dem Münchner Wohnungsmarkt den Rücken, um selbst ein Haus zu bauen und der Solidarität zu geloben. Ein solches, junges Modell heißt „Kooperative Großstadt„, ein anderes „Progeno„. Wer selbst keine Genossenschaft gründen will, wird hier Mitglied. Auch hier muss man viel investieren, der Prozess ist aber nicht halbwegs so frustrierend.

Genossen – what? Junge Wohnungsgenossenschaften sind auf der Suche nach Mitglieder*innen.

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Be your own Werbeträger

Eigenlob stinkt … nicht.

Warum nicht einfach der eigene Werbeträger sein?! Immer wieder sieht man Autos durch die Stadt fahren, die Werbesticker präsentieren. Diese Form von Werbung nutzen viele Firmen. Und was die können, können wir schon lange! Seid eure eigenen Litfaßsäulen: warum nicht einen knalligen Pulli, T-Shirt oder Cap bedrucken lassen und so „laufend“ Werbung für sich als Nachmieter*in machen. So könnt ihr schon auf dem Weg zur Arbeit unglaublich viele Leute erreichen. Wer sich eine eigene Email-Adresse für diese Art der Wohnungssuche einrichtet, muss sich dabei auch nicht vor Spam im privaten Postfach sorgen.

Tipp: Für die Wohnungssuche eine Email-Adresse einrichten, die man ohne Bedenken an alle weitergeben kann.

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Make new friends

Aber die Richtigen!

Nein, wir raten euch jetzt nicht, in die Münchner Schickeria einzutauchen und euch bei Austern und Champagner anzubiedern. Doch jeder weiß: Über Kontakte, gute Freundschaften und die Community geht so einiges. Ein stabiles Netzwerk ist wertvoll. Und warum immer in der eigenen Generation unterwegs sein. Das Projekt „Wohnen für Hilfe“ macht es vor, dass Freundschaften auch über Altersgrenzen hinweg nützlich sein können. Die Initiative des Studentenwerks München und des Seniorentreffs Neuhausen machen es vor. Sich einander helfen – das ist auch der Spirit des Newsletters WoLoHo, das steht für Work, Love, Home. Hier kann man sich anmelden und helfen und die Unterstützung anderer in Anspruch nehmen – auch bei der Wohnungssuche. Keine schlechte Idee!

Help each other – ein starkes Netzwerk ist unbezahlbar.

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Call me if you need me

Die Hausverwaltung

Wusstet ihr, dass es mehr als 700 Hausverwaltungen in München und Umgebung gibt? So zumindest nach unserer Google-Recherche. Ganz schön viel oder? Das heißt in dem Fall: Eure Chance! Denn fast jeder reiche Immobilienerbe, Investor und Co. kümmert sich natürlich nicht selbst um sein wohnliches Hab und Gut, sondern überlässt das Ganze einer Hausverwaltung. Was ihr mit dieser Information jetzt anfangen sollt? Na, schnappt euch euer Telefon, einen Notizblock und vielleicht ein bisschen Nervennahrung und telefoniert die besten Hausverwaltungen einfach mal durch. Ja, kostet Zeit. Aber erspart euch vielleicht die ein oder andere Massenbesichtigung. Damit ihr nicht ganz im Leeren steht und überhaupt nicht wisst, wie ihr anfangen sollt: In 2022 waren die Rudolf Schäfer KG, die Hausverwaltung Lederer GmbH und die AWV mbH & Co. Geschäftsbesorgungs KG die besten Hausverwaltungen. Startet also einfach mal mit denen und hangelt euch Schritt für Schritt durch!

Top-Tipp: Oldschool mit dem Telefon

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Outside the box

Raus aus dem Großstadtdschungel

Ihr seid jetzt wirklich schon Monate auf der Suche, aber es gibt einfach nicht eure Traumwohnung in Glockenbach, Maxvorstadt, Haidhausen und Co? Dann müssen wir euch sagen: Vielleicht sucht ihr einfach am falschen Ort. Klar, uns geht’s genau gleich. Wir würden natürlich auch am liebsten nur in den Top-Vierteln und mitten in der Stadt wohnen. Aber diesen Wunsch hat nun mal jeder. Auch wenn Innenstadtlage auf den ersten Blick die meisten Vorzüge bietet und deshalb sehr verlockend scheint, sollet ihr – wenn alle Hoffnung verloren ist – vielleicht doch in Betracht ziehen, die Suche auf Randbezirke auszuweiten. Durchschnittlich liegt sowieso jede Wohnung in München maximal 400 Meter von der nächsten Haltestelle entfernt. Ihr seid also trotzdem ruck zuck mit S-Bahn & Co. in der City. Und es gibt sogar Vorteile: Wenn ihr Richtung Süden wohnt, seid ihr im Nu an See und Bergen. Hat doch auch was, oder?

Thinking outside the box – Kommt eventuell außerhalb wohnen in Frage?

Auch andere Viertel haben schöne Ecken parat! Hier kommen ihre Geheitipps!