7 Tipps, wie ihr erfolgreich eure Kleidung aussortiert Wir misten aus!

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Jeden Tag dasselbe Spiel: Was ziehen wir an? Die Entscheidung kann bewusster – Einhaltung eines bestimmten Farbschemas, passende Schmuckstücke, schick-zurechtgemachte Frise,… – oder unbewusster – ich greife nach dem ersten von zehn schwarzen Shirts im Schrank – ablaufen; Fakt ist, dass wir Menschen alle mit der Qual der Wahl nach passender Kleidung tagtäglich konfrontiert sind. Fakt ist auch, dass unsere Klamotten stetig wechseln und es im Konsumrausch des 21. Jahrhunderts leicht passieren kann, dass wir kaufen und nehmen und dabei auf das “verkaufen” und “weitergeben” vergessen. Im folgenden Geheimtipp Guide wollen wir den Fokus auf das “danach” lenken und zeigen euch sieben Tricks, wie ihr Textilstapel nachhaltig minimiert. Und ganz nebenbei einen bewussteren Umgang mit der spielerischen Notwendigkeit unseres Lebens erlernen könnt.

„Buy less. Choose well. Make it last. Quality, not quantity. Everybody’s buying far too many clothes.“

Vivienne Westwood

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Erfolgreich loslassen

Das 1×1 des Ausmistens

Bevor es an die Frage des “Wie” geht, müssen wir wissen: “Was darf denn weg?”  Wir stehen nun vor offenen Schranktüren und Schubladen; Überforderung ist ebenso vorprogrammiert wie Funken der Verzweiflung, wenn wir mit bestimmten lieb gewonnen Einzelteilen anfangen Ping-Pong zu spielen. Um den Prozess des Loslassens zu erleichtern, hier ein paar Tipps:

  • Fragen stellen: Macht mich das Kleidungsstück glücklich, wenn ich es angucke? (Credits an Marie Kondo) Trage ich das Kleidungsstück tatsächlich? Ist das Kleidungsstück bequem? Wie ist die Passform? Sitzt das Kleidungsstück zu eng, hängt es zu lose von meinem Körper?
  • Fragen ehrlich beantworten und dabei standhaft bleiben
  • Stationen festlegen: 1x darf weg, 1x darf bleiben
  • eine Zwischenstation einlegen à la “überlege ich mir noch”
  • reißfeste Müllsäcke parat halten
  • gute Musik auflegen
  • eine gute Freundin einladen, die euch ehrlich sagt, dass das Teil wirklich so 2010 ist

 

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Kreative Brücken bauen

Upcyclen statt Wegwerfen

Der Saum zu lang, das Weiß vergilbt und die Bolo-Flecken bleiben auch nach dem fünften Waschgang hartnäckig auf der Oberfläche unseres Lieblingspullovers kleben – die Liste an scheinbaren Mangeln ist endlos. In vielerlei Hinsicht lassen sich diese aber schnell beheben; und obendrein wird mithilfe kleiner Veränderungen aus einem 0815 Kleidungsstück ein wahres Unikat. Die Längen der Jeans einfach abreißen- oder schneiden, Shirts neu einfärben oder batiken (hier auch interessant die Option natürlicher Farbstoffe wie zum Beispiel Rotkohl) und ein kleines Revival der Patches feiern. Ob das dann von euch selbst oder vom Schneider/ von der Schneiderin des Vertrauens vollbracht wird, ist gleichgültig. Es geht darum, “kaputte” Kleidung durch Upcycling länger tragbar zu machen und dem Überkonsum so Schritt für Schritt entgegenzuwirken.

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Im Zeichen der Solidarität

Kleidung spenden

Eine der lang bewährtesten Methoden, eurem Kleiderschrank mehr Freiraum zu geben, ist, eure Kleidung an eine wohltätige Organisation oder einen Verein zu spenden. Oder sie ganz einfach in einem der vielen Altkleidercontainer in der Stadt artgerecht zu entsorgen (Kleidung und Schuhe separat in Müllsäcke verpackt). Schön ist hier definitiv die Gewissheit, dass jedes Kleidungsstück, das wir nicht mehr brauchen, umso brauchbarer für unser Gegenüber sein kann. Hier eine kleine Liste an Anlaufstellen:

  • Diakonia: Die Kleiderkammer schafft mit Spenden Arbeitsplätze für langzeitarbeitslose Menschen, die besondere Unterstützung bei der Integration in den Arbeitsmarkt benötigen.
    Das wird gebraucht: Altkleider, Möbel und Gebrauchtwaren
    Wo: Dachauer Straße 192  (West) und Stahlgruberring 8 (Ost) oder in den Diakonia Sammelcontainern
    Wann: Mo, Di, Mi, Fr 9:00-16:00 Uhr, D0 9:00-19:00 Uhr und Sa 9:00-12:00 Uhr
  • Oxfam: In den Stationen der weltweiten Organisation werden die gespendete Sachen von ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen verkauft – neben dem Verkauf gehen Teile der Spenden gesammelt an eigene Projekte gegen Armut in Entwicklungsländern.
    Das wird gebraucht: saisonale Kleidungsstücke, Schuhe und Accessoires
    Wo: Isarvorstadt, Maxvorstadt, Haidhausen, Pasing
  • Bahnhofsmission: Am Gleis 11 am Münchner Hauptbahnhof kümmert sich die gemeinnützige Initiative um das Wohl ihrer Mitmenschen. Wir haben die Vielzahl an helfen Händen besucht; wir haben uns bei der Bahnhofsmission auch schon mal genauer umgeschaut
    Das wird gebraucht: saisonale Kleidungsstücke (dringend benötigt werden für Männer und Frauen Unterwäsche, Socken, T-Shirts, Pullover, Jacken, Schuhe sowie Mützen, Schals und Handschuhe), nur kleine Mengen abgeben!
    Wo: Bayerstraße 10a
    Wann: 24/7
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Vom geben und nehmen

Kleidung tauschen

Weitere Informationen

Foto knipsen, Infos angeben, hochladen und schon beginnt eine Exkursion ins digitale Einzelhandelsgeschäft: Mit Plattformen wie Vinted (ehemalig Kleiderkreisel) haben Nutzer*innen die Möglichkeit, ihre Kleidung zu verkaufen oder zu tauschen. Besonders den Tausch-Aspekt wollen wir in diesem Punkt unserer Liste hervorheben. Warum? Weil es eine so einfache Sache ist. Mittlerweile gibt es beinahe nichts, was nicht schon jemand besitzt. Und wenn wir jemanden gefunden haben, der genau das hat, was wir gerne hätten, dann haben wir bestimmt auch was, woran sich der andere erfreuen kann. Hier die Pointe: Beim Tauschen geht es mehr um den individuellen Wert der Kleidung, weniger um den finanziellen Wert. Plus: Wer off-digital bleiben will, fragt am besten seine Freunde; so ein kleiner Tauschhandel hat noch niemandem geschadet.

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© Stephan Rumpf
Trendsetter auf Zeit

Kleidung mieten

Weitere Informationen

Rund 60 Kleidungsstücke kaufen Deutsche pro Jahr, – die Hälfte davon wird weniger als zweimal getragen. Das ist weder nachhaltig noch notwendig und muss sich echt ändern! Einen Hint Richtung Veränderung geben Carmen Jenny und Sonja Wunderlich: Die jungen Frauen haben im Zuge ihrer Abschlussarbeit an der Akademie Mode & Design München CLOTHESfriends ins Leben gerufen; mit dem Grundgedanken, die Modeindustrie langfristig und nachhaltig zu verändern. Ihre Initiative ist eine Circular Fashion Community, bei der mit App und Benutzerkonto Kleidung gemietet und vermietet werden kann. Mit dabei sind modebegeisterte Frauen und Männer sowie namhafte Labels. Mieten und vermieten kann bei CLOTHESfriends bedeuten: 30 Prozent Emissionseinsparung, wenn die Lebzeit eines Kleidungsstücks um neun Monate verlängert wird; als Gemeinschaft die Kleidung nutzen, die schon da ist; tolle Looks auf eine Weise miteinander teilen, die kompromisslose Abwechslung verspricht.

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Zweite Chancen und große Freuden

Kleidung online verkaufen

Weitere Informationen

Tatsache: München ist ein teures Pflaster. Darum wundert es auch niemanden, dass hier die größten Modehäuser der Welt die Maximilianstraße rauf und runter getragen werden. Bei unserem Nachhaltigkeitsguide soll sich jeder/jede angesprochen fühlen. Und beim Aussortieren von Kleidung und Accessoires gibt es sowieso keine Etikette. Also, wer für seine Guccis und Pradas ein neues Zuhause sucht: Vestiaire Collective ist die richtige Adresse. Die online Plattform fungiert seit mehreren Jahren als treue Schnittstelle zwischen Käufer*innen und Verkäufer*innen höherer Preisklassen. Für Nutzer*innen gilt das Registrieren–Hochladen-Versenden-und-Kaufen-Prinzip. Die Besonderheit im Fall der französischen Second-Hand-Gemeinschaft: Wer verkauft, sendet seine Luxusgüter direkt an Vestiaire Collective; dort werden sie geprüft und anschließend an den/die Kaufende/n verschickt.

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© Charles Etorma/Unsplash
Slow Fashion

Nachhaltig einkaufen

Und schon sind wir bei Punkt Nummer sieben; der ist dem Aussortieren ein paar Schritte voraus. Statt dem “danach” geht es an dieser Stelle ums “davor”. Bewusstes einkaufen sozusagen. Und mal ehrlich, in dieser Hinsicht hat München auch viel zu bieten. Lokale Modemarken wie WE.RE und A Kind of Guise repräsentieren mit ihrem zeitlosen Design elegant die Ästhetik der sogenannten Slow Fashion – weniger Produktion, mehr Wertschätzung um es kurz zu fassen. Läden, in denen ihr faire und großteils vegane Mode einkaufen könnt sind zum Beispiel: About Given in der Klenzestraße, Dear Goods für Damen und Herren in der Hohenzollernstraße und Hier Store in Haidhausen mit Designer-Pieces aus München. Auch Second-Hand-Shoppen wollen wir hervorheben und zeigen im Geheimtipp Vintage Guide sieben unserer liebsten Adressen. Na gut, wir hören jetzt auch und wünschen euch herzlichst viel Spaß beim Umsetzen!

Mehr Nachhaltigkeitsstrategien kennenlernen? Dann folgt uns!